Nouvelle Vague
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Zu den wichtigsten Vertretern gehörten François Truffaut ("Sie küssten und sie schlugen ihn", 1959; "Schießen Sie auf den Pianisten", 1959), Louis Malle ("Zazie", 1960), Jean-Luc Godard ("Außer Atem", 1959), Jacques Rivette ("Die Nonne", 1965) und Eric Rohmer ("Meine Nacht mit Maud", 1968).
Als erster Film dieser neuen Welle wird allgemein Claude Chabrols "Die Enttäuschten" von 1958 angesehen. Die Filme waren gekennzeichnet durch ein Desinteresse an klassischen Erzählstrukturen, durch neuartige Schnittechnik und eine gewisse Vorliebe für ungewöhnliche, zum Teil surrealistische Bilder. Sie entstanden nicht in gut ausgestatteten Studios, sondern "auf der Straße" und mit Handkameras. Oft stand das "Filmische" an sich im Zentrum der Reflexion. So ist Malles "Zazie" nicht nur ein Film über eine zwölfjährige Göre, die unbedingt mit der Metro fahren will, sondern in viel stärkerem Maße ein Abriss von damals sieben Jahrzehnten Filmgeschichte: Slapstick und Experimentalkino unter einen Hut gebracht.
Die Nouvelle Vague hatte ihre beste Zeit in der ersten Hälfte der Sechzigerjahre, dann ebbte sie langsam ab. Die Regisseure gingen entweder im gehobenen Mainstream auf (Truffaut), wiederholten sich endlos selbst (Rohmer) oder zogen sich ins Hinterstübchen zurück, um hemmungslos herumzuexperimentieren (Godard). Der Einfluss, den die Nouvelle Vague bis heute besitzt, kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Der Jump-Cut etwa, bei Godard und Malle noch Mittel der optischen Provokation, ist heute aus dem Kommerzkino und dem Werbespot nicht mehr wegzudenken.


