Lance Corporal Schofield (George MacKay) ist in den Schützengräben feindlichem Beschuss ausgeliefert.
Der Krieg in einer Einstellung: "1917" sieht aus, als wäre der Film ohne Schnitt gedreht - und das macht die Geschichte zweier Soldaten, die sich allein hinter die feindliche Linie kämpfen müssen, ungemein spannend und grauenvoll.

1917

KINOSTART: 16.01.2020 • Drama • GB/ USA (2019) • 119 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
1917
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
GB/ USA
Filmstudio
DreamWorks Pictures, Reliance Entertainment, New Republic Pictures, Neal Street Productions, Mogambo Films, Amblin Partners
Budget
100.000.000 USD
Einspielergebnis
394.638.258 USD
Laufzeit
119 Minuten
Regie
Music
Thomas Newman
Kamera
Roger Deakins, François Duhamel

Filmkritik

Dem Grauen ausgeliefert
von Andreas Fischer

Der Erste Weltkrieg ohne Ruhepause: "1917" von Sam Mendes ist ein eindrücklicher Höllentrip durch Schützengräben und über Leichenberge, der aber nicht nur durch seine visuelle Brillianz besticht.

Eine halbe Minute ist alles, was Sam Mendes seinen Protagonisten und dem Publikum an Ruhe gönnt. Diese 30 Sekunden stehen ganz am Anfang von "1917". Dann wird Schofield von seinem Kumpel Blake aus den Träumen am Feldrand gerissen: Die beiden jungen britischen Soldaten sind ab sofort auf Mission und sollen ein entferntes Bataillon vor einer Falle der Deutschen warnen. 1.600 Leben stehen auf dem Spiel, darunter das von Blakes Bruder.

Dramaturgisch ist der Film vom Sterben und Überleben im Ersten Weltkrieg ganz klassisch als eigentlich unmöglich zu gewinnender Wettlauf gegen die Zeit angelegt. Mendes ("American Beauty", "James Bond - Skyfall") und sein Kameramann Roger Deakins aber machen daraus ein ebenso weitschweifiges wie beengendes Panorama vom Krieg. In einer großen Kamerabewegung zusammengefasst wirkt der Film so, als wäre er ohne Unterbrechung gedreht: Als Zuschauer wird man in "1917" hineingezogen und muss den Krieg mit eigenen Augen und Ohren miterleben.

Raus aus den Schützengräben, rein in die Sprengfallen; in zerschossenen Bauernhöfen lauert der Tod, in Trümmerstädten ein feindlicher Scharfschütze: Um die Botschaft ihres Generals zu überbringen, müssen Blake (Dean-Charles Chapman) und Schofield (George MacKay) im Niemands- und Feindesland überleben und sich gegen gegnerische Resttruppen behaupten. Die Kamera ist den Protagonisten dabei ständig auf den Fersen, lässt sie nicht aus den Augen.

Anders als der deutsche Film "Victoria" (2015) wurde "1917" nicht in einer einzigen Einstellung und in Echtzeit gedreht. Die Szenen wurden vielmehr aufwendig choreografiert und die Bewegungen von Schauspielern und Kamera synchronisiert. Eine extrem sorgfältige Montage lässt fast jeden sichtbaren Schnitt verschwinden. Es gibt nur einen – dramaturgisch bedingten – sichtbaren Cut, alles andere wirkt wie aus einem Guss. Maßgeblich verantwortlich für diese technische Meisterleistung ist der legendäre Kameramann Roger Deakins ("Die Verurteilten", "No Country for Old Men", "Fargo"). Deakins lässt das Publikum in fantastisch komponierten Bildern mitten in die Geschichte fallen und zwingt es, dort zu bleiben: Man ist den Gräueln des Ersten Weltkrieges quasi ausgeliefert.

Natürlich stehen die beiden fantastischen Hauptdarsteller im Mittelpunkt, leisten Regisseur, Drehbuchautoren (Sam Mendes, Krysty Wilson-Cairns) und das gesamte Produktionsteam unglaubliche Arbeit. Aber es ist Deakins, der "1917" zu einem Ereignis und den Krieg erlebbar macht. Dreck, Hunger und Tod sind nicht nur den Soldaten ständige Begleiter. Die Zuschauenden müssen sich genauso in Schützengräben kauern und durch Berge von Leichen und Kadavern waten.

Doch auch wenn "1917" vor allem visuell beeindruckend ist, verliert Regisseur Sam Mendes die Geschichte nicht aus den Augen. Bei aller technischer Brillanz und dem virtuosen Spannungsaufbau: Im Zentrum stehen zwei junge Männer, stellvertretend für Millionen, die sich ein wenig Menschlichkeit bewahren, in Zeiten, in denen diese Menschlichkeit in den Schützengräben verwest.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

Spielt oft Charakterköpfe: Benedict Cumberbatch.
Benedict Cumberbatch
Colin Firth wurde mit Filmen wie "Schokolade zum Frühstück" oder "The King's Speech" zum erfolgreichen Schauspieler.
Colin Firth
Wird gerne als Bösewicht besetzt: Mark Strong
Mark Strong
Weitere Darsteller
George MacKay Dean-Charles Chapman Andrew Scott Richard Madden Claire Duburcq Daniel Mays Adrian Scarborough Chris Walley Nabhaan Rizwan Jamie Parker Tommy French Paul Tinto Billy Postlethwaite Richard McCabe Justin Edwards Pip Carter Andy Apollo Josef Davies Gabriel Akuwudike Spike Leighton Robert Maaser Gerran Howell Adam Hugill Benjamin Adams Anson Boon Kenny Fullwood Ryan Nolan Elliot Baxter Kye Mckee Ivy-I Macnamara Merlin Leonhardt Taddeo Kufus Jos Slovick Luke Hornsby Jack Shalloo Elliot Edusah Jacob James Beswick Michael Jibson Ian Wilson Bradley Connor John Hollingworth Michael smith Jonny Lavelle Michael Rouse Richard Dempsey Phil Cheadle Jonah Russell Daniel Attwell Joe Anders Bogdan Kumšackij Oliver Simms Bradley Riches

Neu im kino

Vaiana (2026)
Vaiana
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Virginia Woolf's Night & Day (2026)
Virginia Woolf's Night & Day
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Etwas ganz Besonderes (2026)
Etwas ganz Besonderes
Drama • 2026
prisma-Redaktion
The Piano Tuner (2026)
The Piano Tuner
Krimi • 2026
prisma-Redaktion
Vom Traum, unsinkbar zu sein (2026)
Vom Traum, unsinkbar zu sein
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Minions & Monster (2026)
Minions & Monster
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Supergirl (2026)
Supergirl
Action • 2026
prisma-Redaktion
Jackass: Einer geht noch (2026)
Jackass: Einer geht noch
Action • 2026
prisma-Redaktion
Power Ballad – Der Song meines Lebens (2026)
Power Ballad – Der Song meines Lebens
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
The Death of Robin Hood (2026)
The Death of Robin Hood
Drama • 2026
LOL 2.0 (2026)
LOL 2.0: Anne’s Golden Hour
Komödie • 2026
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens (2025)
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens
Animation • 2025
prisma-Redaktion
Dolly (2026)
Dolly
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit (2026)
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Mystery • 2026
prisma-Redaktion
Masters of the Universe (2026)
Masters of the Universe
Action • 2026
prisma-Redaktion
Sommer auf Asphalt (2026)
Sommer auf Asphalt
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Scary Movie (2026)
Scary Movie
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Solo Mio (2026)
Solo Mio
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Passenger (2026)
Passenger
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Verflucht normal (2025)
Verflucht normal
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Backrooms (2026)
Backrooms
Horror • 2026
Vivaldi und ich (2025)
Vivaldi und ich
Musik • 2025
prisma-Redaktion
Mother Mary (2026)
Mother Mary
Musik • 2026
prisma-Redaktion
The Mandalorian and Grogu (2026)
Star Wars: The Mandalorian and Grogu
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang (2026)
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Glennkill – Ein Schafskrimi (2026)
Glennkill – Ein Schafskrimi
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus (2026)
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Nürnberg (2025)
Nürnberg
Historie • 2025
prisma-Redaktion
Love Me Tender (2025)
Love Me Tender
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Mortal Kombat II (2026)
Mortal Kombat II
Action • 2026
prisma-Redaktion