Den mit vielen übermenschlichen Kräften ausgestatteten Teth-Adam alias Black Adam (Dwayne Johnson) will man nicht zum Feind haben.
Ist Teth-Adam alias Black Adam (Dwayne Johnson, Mitte groß) ein Helfer im Kampf gegen das Böse oder selbst eine Bedrohung?

Black Adam

KINOSTART: 20.10.2022 • Action, Fantasy, Science-Fiction • USA (2022) • 124 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Black Adam
Produktionsdatum
2022
Produktionsland
USA
Budget
200.000.000 USD
Einspielergebnis
392.952.111 USD
Laufzeit
124 Minuten

Filmkritik

Hilfe oder Bedrohung?
Von Christopher Diekhaus

Dwayne Johnson schlüpft in das Outfit des DC-Antihelden Teth-Adam alias Black Adam, darf seine böse Seite aber nur sporadisch zeigen. Auch sonst verschenkt der krawallig-uninspirierte Comic-Streifen, der um ein gefährliches Artefakt und die üblichen Allmachtsfantasien kreist, viele Möglichkeiten.

Ursprünglich sollte Dwayne Johnson in der Rolle des Black Adam bereits 2019 als Antagonist im DC-Blockbuster "Shazam!" auftreten. Beschlossen wurde dann jedoch ein eigener Film, der dem ehemaligen Wrestler mehr Raum und Präsenz geben würde. Die Idee, den muskelbepackten Charmebolzen als eine ambivalente Hauptfigur in Szene zu setzen, klang durchaus vielversprechend. Wie so oft in der auf Risikominimierung ausgerichteten Hollywood-Maschinerie fehlte aber offenbar der Mut, dem als zupackenden Strahlemann bekannten Johnson wahrhaft düstere Eigenschaften zu verpassen. In "Black Adam" darf er wild um sich schlagen und fleißig grimmig dreinblicken. Unter dem Strich steht sein gottgleicher, quasi unzerstörbarer Wüterich, von Tragik umweht, allerdings mit anderthalb Beinen auf der guten Seite.

Die Vorgeschichte des Antihelden liefert der Film gleich in den ersten Minuten: Vor etwas weniger als 5.000 Jahren befreite der eines Tages mit übermenschlichen Fähigkeiten beschenkte Teth-Adam seine nordafrikanische Heimat Kahndaq von einem grausamen Herrscher, der seine Macht mithilfe einer magischen Krone gesichert hatte. Das Artefakt wurde nach dem Fall des Tyrannen versteckt, und der Retter verschwand gänzlich von der Bildfläche.

Im Hier und Jetzt sucht die Uniprofessorin Adrianna Tomaz (Sarah Shahi) fieberhaft nach dem uralten Gegenstand, hinter dem auch die Verbrecherorganisation Intergang her ist, die das heutige Kahndaq kontrolliert und terrorisiert. Als Adrianna die Krone aufgestöbert hat und ihre Feinde bedrohlich nahe rücken, beschwört sie in ihrer Verzweiflung den legendären Teth-Adam herauf, dessen Grabstätte sich ebenfalls am Fundort befindet. Keinen Stein lässt der mit bemerkenswerter Schnelligkeit und schier unübertrefflicher Kraft gesegnete Rückkehrer auf dem anderen. Der Titan mäht sich spielend leicht durch die Reihen der panisch drauflosballernden Gangster.

Adriannas Sohn Amon (Bodhi Sabongui), ein ausgewiesener Superheldenfan, feiert Teth-Adams Rambo-Auftritt. Ein Dorn im Auge ist der Rundumschlag hingegen der Justice Society of America. Die JSA, bestehend aus Carter Hall alias Hawkman (Aldis Hodge), Kent Nelson alias Doctor Fate (Pierce Brosnan), Maxine Hunkel alias Cyclone (Quintessa Swindell) und Al Rothstein alias Atom Smasher (Noah Centineo), will die Welt vor dem Zerstörungseifer des Hünen beschützen.

Ist Black Adam nun einer von den Guten? Oder doch eher eine Bedrohung? Die Grundkonstellation hätte für spannende Entwicklungen sorgen können, zumal Teth-Adam den JSA-Kämpfern ein imperialistisches Gebaren unterstellt. Nie zuvor habe sich die Vereinigung für Kahndaq interessiert. Erst jetzt fühle sie sich auf einmal berufen, einzuschreiten und ihre Form der Gerechtigkeit durchzudrücken. Kritik an kolonialen Praktiken und Repression schleicht sich in manche Wortgefechte ein. Hier und da wird diskutiert, ob Gewalt ein Mittel der Auflehnung sein kann. Echtes Interesse bringt der Film für diese Überlegungen, die durch den Krieg in der Ukraine eine ungeahnte Brisanz erhalten, allerdings nicht auf. Was ihn antreibt, ist der Spaß am Remmidemmi.

Es blitzt, kracht und knallt

Viel Aufmerksamkeit vom Drehbuch bekommen weder der an sich reizvolle, weil nicht klar festgelegte Protagonist noch die Nebenfiguren. Am schlimmsten erwischt es Maxine und Al, die bis zum Schluss nichts Substanzielles zum Geschehen beitragen und daher komplett überflüssig sind. Der wahre Bösewicht (Marwan Kenzari) bleibt ärgerlich blass. Der von einem schlohweißen Pierce Brosnan verkörperte Kent, der mithilfe eines goldenen Helms in die Zukunft schauen kann, vergisst in entscheidenden Momenten, von seiner Gabe Gebrauch zu machen. Und wiederholt kommt es bei einzelnen Charakteren zu einem urplötzlichen Sinneswandel. Gerade so, wie es den Autoren passt.

Trotz eines größeren Twists in der zweiten Hälfte ist der Plot unter dem Strich nur ein Vorwand, um eine ausufernde Krawallsequenz an die nächste zu reihen. Es blitzt, kracht und knallt. Regisseur Jaume Collet-Serra ("Jungle Cruise") greift tief in die Trickkiste der Computereffekte. Ab und an kommen dabei imposante Bilder heraus. Die mitreißende Kraft handgemachter Actionmomente geht dem Spektakel jedoch völlig ab. Nach unten ziehen den Unterhaltungswert auch die vielen gewollt markigen, oft eher lächerlichen statt witzigen Sprüche. Selbst ein Experte wie Dwayne Johnson, der in seiner Karriere schon allerhand Leinwandquatsch amüsant verkaufen konnte, steht da auf verlorenem Posten.

Black Adam, im Kino ab: 20.10.2022


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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