Eigentlich ist Mark Wahlberg ("Shooter", "Transformers: Ära des Untergangs") ja prädestiniert für Actionfilme. In "Mile 22" kann er allerdings nur bedingt überzeugen ...
"Mile 22" mit Mark Wahlberg ist in den USA sowohl bei den Kritikern als auch an den Kinokassen sang- und klanglos untergegangen - das wird sich wohl auch hierzulande nicht ändern.

Mile 22

KINOSTART: 12.09.2018 • Action • USA (2018) • 95 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Mile 22
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Filmstudio
STXfilms, Closest to the Hole Productions, Film 44, The Hideaway Entertainment, Huayi Brothers Pictures, Tang Media Productions, Leverage Entertainment
Budget
35.000.000 USD
Einspielergebnis
66.308.758 USD
Laufzeit
95 Minuten
Regie
Peter Berg
Music
Jeff Russo
Kamera
Jacques Jouffret, Jesse Roth, Michael Hartzel, Murray Close, Coy Aune, Micky Froehlich

Filmkritik

Aller guten Dinge sind vier?
von Markus Schu

Bereits zum vierten Mal arbeiten Regisseur Peter Berg und Schauspieler Mark Wahlberg zusammen. Greift für ihren neuen Actionthriller "Mile 22" das Motto "vier gewinnt"?

Seine letzten drei Filme hat Regisseur Peter Berg mit Hollywoodstar Mark Wahlberg in der Hauptrolle besetzt: "Lone Survivor", "Deepwater Horizon" und "Boston". Mit dem Actionthriller "Mile 22" startet nun ihre vierte Kollaboration in den Kinos. Darin spielt Wahlberg den Spezialagenten Jimmy Silva, der mit seinem Elite-Team immer dann zum Einsatz kommt, wenn Diplomatie und Militär keine Lösungen mehr parat haben. Ein Volltreffer?

Nach einem mehr oder minder gelungenen Einsatz wird die schlagkräftige Truppe in einen fiktiven Staat in Südostasien beordert. Der zu den lokalen Sondereinsatzkräften gehörende Li Noor (Iko Uwais) verspricht hochbrisante Informationen über verloren gegangenes radioaktives Material, wenn er von Silva und seinen Leuten wohlbehalten zum Flughafen eskortiert und außer Landes gebracht wird. Dass die titelgebenden 22 Meilen, die es dabei zurückzulegen gilt, zum Spießrutenlauf geraten, versteht sich von selbst.

Mit "Mile 22" legt Peter Berg ("Hancock", "Battleship") seine zehnte Regiearbeit vor. Wenn nicht alle Zeichen trügen, könnte sein neues Werk den siebten kommerziellen Flop in seiner Karriere markieren. Denn in "Mile 22" ist künstlerisch so einiges misslungen. Das liegt vor allem am völlig überzeichneten Hauptcharakter: Wahlberg spielt einen hyperaktiven, bipolaren Unsympathen, der einfach nicht zur Identifikationsfigur taugt. Er versucht zwar, seinen unterhaltsamen Auftritt aus Martin Scorseses Meisterwerk "Departed – Unter Feinden" zu wiederholen, reicht jedoch nicht mal annähernd an diese Performance heran, obwohl seine markigen Sprüche hin und wieder auch zum Schmunzeln einladen.

Die Empathie des Publikums fokussiert sich daher gänzlich auf Silvas Kollegin Alice (Lauren Cohan, "The Walking Dead"): ihre privaten Probleme garantieren zumindest einen Hauch von Charakterentwicklung und -tiefe. Das patriotische und testosterongetränkte Machogehabe der restlichen Figuren sorgt allerdings für Zähneknirschen. Vor allem die "Heldentode" sind unfreiwillig komisch geraten. Besonders irritierend und (politisch) fragwürdig ist zudem der ausufernde Jubel über eine Tötung via Drohne – wer denkt sich so etwas bloß aus?

All das wäre noch zu verschmerzen, wenn Peter Berg eleganter gearbeitet hätte. Zuhauf wurde ihm bereits in der Vergangenheit Schludrigkeit attestiert, insbesondere was den Schnitt seiner Filme anbelangt. "Mile 22" bildet da keine Ausnahme. Denn die spektakulären Kampfszenen von Darsteller und Choreograf Iko Uwais wurden viel zu sehr fragmentiert und dadurch ihrer Wucht beraubt. In langen Einstellungen wären sie möglicherweise besser zur Geltung gekommen – beste Beweise dafür sind Uwais' legendäre Performances in den Martial-Arts-Meisterwerken "The Raid " und "The Raid 2".

Bei aller Kritik muss man Bergs Actionfeuerwerk aber auch zugutehalten, dass es an vielen Stellen zu unterhalten weiß. Das Drehbuch von Lea Carpenter und Graham Roland geht zum Beispiel relativ clever mit Uwais' Rollenbiografie um. Die brachialen urbanen Schlachten in "Mile 22" sind aber selbstverständlich das Herz des Films: Wenn sich Jimmy, Alice und Li durch ein Hochhaus ballern, werden positive Erinnerungen an "Dredd" und Bergs eigenen Actionthriller "Operation: Kingdom" wach. Der Überlebenskampf des Trios ist in diesen Szenen fesselnd inszeniert. Was "Mile 22" also an Anspruch und Übersicht fehlt, macht er zumindest in solchen Sequenzen mit spannungsgeladener Action halbwegs wieder wett.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Vielseitiger Mime: John Malkovich.
John Malkovich
Schauspieler Mark Wahlberg startete als Marky Mark zunächst eine Musik-Karriere.
Mark Wahlberg
Weitere Darsteller
Lauren Cohan Iko Uwais Ronda Rousey Terry Kinney Carlo Alban Emily Skeggs Sam Medina Poorna Jagannathan CL  Natasha Goubskaya Keith Arthur Bolden Jenique Hendrix Billy Smith Myke Holmes Brandon Scales Peter Berg Elle Graham Nikolai Nikolaeff Ariel Felix Tom Astor Kate Rigg Lourdes Perea Tatiana Ronderos David Garelik Alla Greene Vince Canlas Sean Avery Mark Freeman Schotz Scott Kasson Anthony "Ace" Thomas Tory Bryant Rafael Alfredo Caviedes Silva Juan Carlos Henao Jimenez Guillermo Ramirez Navia Dale Zaboroskie Dwayne A. Dorsey Esteban Santos Amanda Cabigting Cedric Gervais Trevor Gretzky Rich Rutherford Breeanna N. Jackson Artem Lyashenko Tetyana Nickell Vailana Antonucci Stuart M. Besser Ricardo Martinez Juan Carlos Ortega Isabella Garcia Alexandra Vino Lateef Crowder Barack Obama Kevin J. O'Connor Donald Trump Raven Wynn Michelle Cabalu

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