Die Bewohner eines Hauses haben es satt. Schon lange bemängeln sie, dass der Welt offenbar der Sinn nach Utopien und der Poesie abhanden gekommen ist. Jetzt, wo ihr Wohnhaus abgerissen werden soll, zeigen sie Kampfeswillen, erklären ihr Haus als autonome Zone und verstehen sich als Stadtguerilla. Während man für Unruhe in der Stadt sorgt, kommt auch die philosophische Auseinandersetzung nicht zu kurz. Zwischendurch wird mal eine Frau gekidnappt, der Nahkampfeinsatz geprobt oder Schamhaare zu falschen Bärten umfunktioniert...

Der brasilianische Filmemacher Tiago Mata Machado zeigt hier mit Mitteln des Experimentalfilms ein gnadenloses Verwirrspiel über politische Aktionen, verlorene Werte und der Lust am offenbar Sinnlosen. Seine verschrobenen Protagonisten drehen sich im Kreis, werden parodistische Abziehbildchen der eigenen Parolen. Diese Reflektion über die Avantgarde der 1960er und -70er kann nur konsequent enden: Das Haus wird abgerissen. Dieses Vexierspiel mit einer Fülle filmischer Reminiszenzen beschwört jene gesunde Unruhestifterei wieder herauf.

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