Es war einmal ein Land, und seine Hauptstadt hieß Belgrad. Der unaufhaltsame Aufstieg des "Genossen" Marko beginnt im April 1941, als die ersten deutschen Bomben auf Belgrad fallen. Die allgemeine Auflösung nutzend, verleitet Marko seinen naiven, heißblütigen Freund Blacky zu Abenteuern, die eines Robin Hood würdig wären: Waffendiebstahl, Schwarzhandel mit Gold und Schmuck, Guerillaüberfälle auf Nazikonvois und andere krumme Dinge. Die beiden Freunde landen einen Coup nach dem anderen und betreiben zwei Jahre lang - im Namen der kommunistischen Partei und zum größten Nutzen ihres gedemütigten Vaterlandes - ihre lukrativen und gefährlichen Geschäfte. Dann finden die Partisanen in einem Keller Unterschlupf. Doch dort erfahren sie nichts vom Ende des Krieges...

Mit eindrucksvollen Bildern bietet Kusturica ein Werk über Gewalt, Heiterkeit und Skurrilität. Der ungewöhnliche Film ist hier zwar nicht in seiner langen, fünfstündigen Fassung zu sehen. Doch schon bei bei der Uraufführung der 3'10 Stunden-Version in Cannes und der 2'50 Stunden-Kinofassung schieden sich die Geister bei diesem bildgewaltigen, phantasiestrotzenden Filmgedicht, in das der ganze Irrsinn von 50 Jahren Geschichte Jugoslawiens und des Bosnienkrieges eingegangen ist. Dafür hat Kusturica nicht nur seine zweite Goldene Palme erhalten, sondern auch viel ungerechtfertigte Prügel wegen vermeintlich proserbischer Haltung einstecken müssen.