Sherry Hormann

Sherry Hormann kam mit der deutschen Komödienwelle nach oben. Vergrößern
Sherry Hormann kam mit der deutschen Komödienwelle nach oben.
Fotoquelle: taniavolobueva/shutterstock.com
Sherry Horman
New York, USA

Eine junge Arbeiterin heiratet einen Mann, der sie nicht versteht. Dennoch und trotz seiner Untreue bleibt sie bei ihm. Bei einem Unfall kommt sie ums Leben. Das ist die Story von Sherry Hormanns erstem Kinofilm "Leise Schatten" (1991). Er beeindruckt wegen seiner Ruhe und Geradlinigkeit. Drei Bundesfilmpreise und der Bayerische Nachwuchspreis sind die Grundlage für weitere Arbeiten. Doch weder "Frauen sind was Wunderbares" (1993), noch "Irren ist männlich" (1995) oder "Widows" (1997) haben die Dichte und Phantasie des Debütfilms.

In Kingston, New York, geboren, zog Sherry Hormann mit sechs Jahren mit den Eltern nach Deutschland, mit 19 brach sie die erfolgreiche Karriere als Konzertpianistin ab und ging zur Hochschule für Film und Fernsehen, die sie nach zwei Kurzfilmen 1984 mit dem Abschlussfilm "Jetzt oder nie" verließ. "Frauen sind was Wunderbares" war ihre erste Komödie: Die Freunde Arthur und Zeno sind davon überzeugt, dass Frauen etwas Wunderbares sind. Doch der eine hat zuviele, der andere hat ihnen ganz entsagt. Als Zeno den unhaltbaren Zustand ändern will, verliebt er sich ausgerechnet in die Frau, die auch für Arthur die große Liebe ist. Sherry Hormann ist eine gute Autorin, doch bei der Regie fehlt ihr zunächst die Lockerheit, auch mal etwas wegzulassen. Das führt zu gelegentlicher Langatmigkeit.

Das gleiche gilt auch für "Irren ist männlich". Die subversive Geschichte ist originell: Beim Seitensprung mit einer Freundin, die gerne ein Kind, aber keinen Mann haben will, erfährt der Vater zweier Kinder, dass er selbst zeugungsunfähig ist. Woher aber stammen die beiden Kinder? Der Zuschauer erfährt es, nicht aber der Gelinkte. Denn die Ehefrau ist so pfiffig, der Geliebten des Ehemanns zu einem Kind zu verhelfen, indem sie den echten Kindsvater überredet, noch einmal aktiv zu werden. Am Ende sind alle glücklich. Wäre nur die Machart so flott und pfiffig wie die Geschichte! "Widows" schließlich ist eine wirkliche schwarze Komödie - doch wieder mit dem großen "Aber". Drei Frauen sinnieren darüber, wie schön doch das Leben als Witwe wäre. Die Phantasiereichste verschickt eine Todesanzeige ihres Gatten, doch als der Tod dann wirklich zuschlägt, ist alles nicht mehr ganz so lustig. Wären nicht die prächtigen Darsteller (Eva Mattes, Ornella Muti und Katja Flint), der ganze Spaß läge glatt am Boden.

Dabei hat Sherry Hormann einen ausgezeichneten Lehrmeister: Sie hat für Dominik Graf, noch immer einem der besten deutschen Regisseure, mit dem sie mehrere Jahre zusammenlebte, "Tiger, Löwe, Panther" geschrieben und ausgestattet und ihm bei den Dreharbeiten über die Schulter geschaut. Mit Werken wie "Bella Block - Blinde Liebe" (1999), "Scheidung auf Amerikanisch" (2000), "Meine Tochter ist keine Mörderin" (2002) und der witzigen Fußball-Komödie "Männer wie wir" (2004) hat Sherry Hormannbewiesen, dass sie durchaus gute, unterhaltsame Filme für TV und Kino inszenieren kann.

Weitere Filme von Sherry Hormann: "Stupid Marriage" (Kurzfilm, 1981), "Frosch ist König" (Kurzfilm, 1982), "Liebe und Verhängnis" (1997), "Denk ich an Deutschland - Angst spür' ich, wo kein Herz ist" (1998), "Bella Block - Schuld und Liebe" (2000), "Wenn Weihnachten wahr wird" (2003) und "Helen, Fred und Ted" (2006), "Wüstenblume" (2009), "Anleitung zum Unglücklichsein" (2012), "3096 Tage" (2013).


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