Der Starfotograf Terry Donaldson erkennt sofort das Potential der jungen schwarzen Angestellten eines Londoner Fastfood-Restaurants. Denn das Gesicht der Somalierin Waris Dirie ist nicht nur schön, es birgt ebenso Stolz wie Mysteriöses. Donaldson weiß um die Wirkung derlei Gesichter und forciert die Karriere von Waris. Er macht sie zum begehrten Model der Modewelt. Doch hinter Waris glänzender Fassade schlummert immer noch die schwere afrikanische Vergangenheit ...

Das gleichnamige Buch von Waris Dirie wurde ein Bestseller. Regisseurin und Drehbuchautorin Sherry Hormann ("Helen, Fred und Ted") nahm sich ihrer Geschichte an und bebilderte das Leben der stolzen wie mutigen Frau durchaus eindrucksvoll. Auch wenn man zu Beginn vor allem durch den Musikeinsatz meint, nun käme eine Ach-wie-schön-ist-Afrika-Story im Rosamunde Pilcher-Stil, wird man zum Glück schnell eines besseren belehrt. Denn Diries Autobiografie ist auch in der Leinwand-Adaption vor allem ein Appell gegen die brutalen archaischen Rituale, der menschenverachtenden Tradition der Genitalverstümmelungen bei Frauen. Top-Model und Schauspielerin Liya Kebede leistet Großartiges und auch die anderen Darsteller (vor allem Timothy Spall als Donaldson und Sally Hawkins als beste Freundin) brillieren in einer fesselnden wie ungeheuren Geschichte, die 2009 auf dem Filmfestival von San Sebastian mit dem Publikumspreis für den besten europäischen Film ausgezeichnet wurde.

Foto: Majestic/Walter Wehner