Forest Whitaker

Schauspieler und Oscar-Preisträger Forest Whitaker. Vergrößern
Schauspieler und Oscar-Preisträger Forest Whitaker.
Fotoquelle: Andrea Raffin/shutterstock.com
Dan Smithson
Geboren: 15.07.1961 in Longview, Texas, USA

Forest Whitaker wächst vorwiegend auf dem Lande auf. Obwohl die Eltern in seiner Jugend nach South Central, L.A., ziehen, verbringt er sehr viel Zeit beim Großvater in Texas, einem pensionierten Eisenbahner und Farmer. Als Klein-Forest acht Jahre ist, sieht er den ersten weißen Mann - im Fernsehen. Schon als kleiner Junge singt er in einer Rhythm-&-Blues Band. Er studiert - dank seiner Mutter, die ihn an die angesehene Schule in Pacific Palisades schickt - am Polytechnikum in Pomona. Später erhält er ein Stipendium für ein Musikstudium an der Universität Südkalifornien in Los Angeles. Als er ins Schauspiel wechselt, flehen ihn die Lehrer an, nicht mit dem Singen aufzuhören. Sie finden offene Ohren.

Der imposante Charakterdarsteller fällt vor allem am Broadway auf, wird aber quasi über Nacht bekannt als Billard-Gegenspieler von Paul Newman in Martin Scorseses "Die Farbe des Geldes". Gleich zu Beginn ist seine Devise: Keine Rolle annehmen, die dem eigenen Gefühl, der eigenen Moral widerspricht. Ein Mörder ja, ein Sadist nein. 1988 erhält Whitaker beim Filmfestival in Cannes den Darstellerpeis für sein Porträt der Jazz-Legende Charlie Parker in Clint Eastwood's "Bird". Naivität wie in "Harlem Action - Eine schwarze Komödie" (1991) und skeptische Intelligenz wie in Alan J. Pakulas "Gewagtes Spiel" (1992) oder Wayne Wongs "Smoke - Raucher unter sich" (1994) sind ebenso seine Stärke und er verfügt über weit mehr schauspielerische Mittel.

Eine seiner schönsten Rollen ist die des britischen Soldaten, der in Neil Jordans "Crying Game" (1992) von der IRA gekidnapped wird. In Robert Altmans "Prêt-à-Porter" (1995) spielt er schließlich den Modemacher Xuly Bet. Nachdem er 1993 fürs Fernsehen bereits das Drama "Schule der Gewalt" inszenierte, drehte er 1995 seinen ersten Kinofilm nach einem Roman von Terry McMillan, der auch das Drehbuch schrieb: "Waiting to Exhale - Warten auf Mr. Right", der in den USA auf Anhieb ein Kassenschlager wird. Er erzählt von vier Frauen der schwarzen Oberschicht, die karrieremäßig erfolgreich, privat aber frustriert sind, bis sie ihren ganz persönlichen Mr. Right finden. 1998 versucht er sich mit "Eine zweite Chance" und dem TV-Film "Black Jaq" erneut als Regisseur.

Forest Whitaker ist bekannt dafür, dass er voll in die Rolle des anderen einsteigt: "Als ich Charlie Parker spielte, mietete ich mich für ein paar Monate in einer bescheidenen kleinen Wohnung in Downtown neben einer Greyhound-Bushaltestelle ein. Da konnte ich, ohne jemanden zu stören, Tag und Nacht Saxophon spielen". Asketisch steigt er in die untersten Tiefen der Rollen, er lebte unter Drogenabhängigen, Obdachlosen, Prostituierten, versucht immer wieder, radikal in seine Rollen einzutauchen. Das gelang ihm auch vortrefflich in dem Drama "Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht" (2006), in dem er den afrikanischen Diktator Idi Amin verkörperte. Für seine überragende schauspielerische Leistung erhielt er 2007 den Oscar als bester Hauptdarsteller und den Golden Globe als bester Darsteller in einem Drama.

Weitere Auftritte von Forest Whitaker: "T.A.G. - Das Killerspiel", "Ich glaub' ich steh' im Wald" (beide 1981), "Fackeln im Sturm" (erste und zweite Staffel), "Crazy For You", "The Grand Baby" (alle 1985), Oliver Stones "Platoon" (1986), "Bloodsport", "Die Nacht hat viele Augen", "In den Fängen eines Fremden" (alle 1987) Barry Levinsons "Good Morning, Vietnam", Walter Hills "Johnny Handsome" (beide 1988), Richard Benjamins "Downtown", "Criminal Justice" (beide 1990), "Keiner kommt hier lebend raus", "No Surrender - Schrei nach Gerechtigkeit" (beide 1991), Abel Ferraras "Body Snatchers - Angriff der Körperfresser" (1992), Kiefer Sutherlands "Last Light", "Bank Robber", "Lush Life" (alle 1993), "Explosiv - Blown Away", "Der Feind in den eigenen Reihen", "Jason's Lyric" (alle 1994), "Species" (1995), "Phenomenon", "Seine letzte Chance - Ein Mann gibt nicht auf" (beide 1996), "Body Count - Flucht nach Miami" (1997), "Ghost Dog", "Zeugenschutzprogramm", "Light It Up", "Four Dogs Playing Poker" (alle 1999), "Battlefield Earth" (2000), "Green Dragon", "The Follow" (ungenannt), "Feast Of All Saints" (TV-Mehrteiler), "The Fourth Angel" (alle 2001), "Panic Room" (2002), "First Daughter - Date mit Hindernissen" (2004, Regie), "American Gun" (2005), "8 Blickwinkel", "Die Macht des Schicksals" (beide 2007), "Street Kings", "Powder Blue - Am Ende bleibt Liebe" (beide 2008), "Wo die Wilden Kerle wohnen" (Sprecher im Original, 2009), "Repo Men", "Our Family Wedding" (beide 2010), "The Last Stand" (beide 2012), "Der Butler", "Auge um Auge", "Zulu" (alle 2013), "96 Hours - Taken 3" (2014), "Southpaw" (2015).

Außerdem hatte Whitaker mehrere Auftritte in TV-Serien wie etwa in "Polizeirevier Hill Street" (1984), "Cagney und Lacey" (1985) und "Unglaubliche Geschichten" (1986).


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