Peter Turner (Jamie Bell) und Gloria Grahame (Annette Bening) verlieben sich trotz ihres großen Altersunterschieds ineinander.
"Film Stars Don't Die in Liverpool" erzählt eine ganz besondere Liebesgeschichte.

Film Stars Don't Die in Liverpool

KINOSTART: 05.04.2018 • Drama • GB (2017) • 106 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Film Stars Don't Die in Liverpool
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
GB
Budget
10.000.000 USD
Einspielergebnis
3.179.847 USD
Laufzeit
106 Minuten
Music

Filmkritik

Das bewegte Leben der Gloria Grahame
Von Nadine Wenzlick

In den Film-Noir-Produktionen der 50er spielte Gloria Grahame oft verruchte oder schwierige Charaktere. Irgendwie passt das, denn die US-amerikanische Schauspielerin, die neben Humphrey Bogart vor der Kamera stand und für ihre Nebenrolle in dem Vincente-Minnelli-Drama "Stadt der Illusionen" 1953 den Oscar bekam, hatte selbst ein bewegtes Leben. Grahame war insgesamt viermal verheiratet. Ihr zweiter Ehemann war der Regisseur Nicholas Ray, ihr vierter dessen Sohn Tony, mit dem sie schon während ihrer Ehe mit Nicholas ein Verhältnis gehabt haben soll. Da war Tony noch minderjährig. Ihrer Karriere schadete jene Geschichte enorm, Grahame fand nie wieder zu altem Ruhm zurück. Die tragische Geschichte ihrer letzten Lebensjahre erzählt nun die Biografie "Film Stars Don't Die in Liverpool".

1978 in London. Als Peter Turner (Jamie Bell) seine neue, deutlich ältere Nachbarin Gloria Grahame (Annette Bening) das erste Mal bei Stimmübungen beobachtet, ist es um den jungen Briten geschehen: Er verliebt sich Hals über Kopf in die exzentrische Schauspielerin. Erst später erfährt er, dass seine Angebetete früher ein echter Filmstar war. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, aus der schnell eine ernsthafte Beziehung wird. Turner begleitet Grahame nach Los Angeles und nach New York. Die Liebe der beiden kennt keine Grenzen – bis Grahame eines Tages schwer erkrankt.

Der Film von Regisseur Paul McGuigan ("Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn", "Lucky Number Slevin") basiert auf den gleichnamigen Memorien von Peter Turner und springt zwischen jener Zeit, als das Glück der beiden perfekt scheint, und dem Jahr 1981. Um mediale Aufmerksamkeit zu vermeiden, bittet die von ihrer Krankheit schwer gezeichnete Grahame ihren ehemaligen Freund, sie in sein Elternhaus in Liverpool zu bringen, wo sie wieder zu Kräften kommen will. Hingebungsvoll kümmern sich die wunderbar schnippische Bella (Julie Walters) und der stets ruhige und weise Joe Turner (Kenneth Cranham) um Grahame, während in Peter die alten Gefühle hochkommen.

Voller Zärtlichkeit und wunderschön inszeniert

"Film Stars Don't Die in Liverpool" ist aber mehr als bloß die süße und zugleich traurige Geschichte einer Liebe. Es geht auch um Grahames inneren Kampf mit dem Älterwerden, ihre Angst, als alte Schachtel wahrgenommen zu werden. Um eine Frau, der das Korsett Hollywoods zu eng war und die ihr eigenes Ding machte. Es geht um die Frage, ob Liebe Grenzen und Vorurteile kennt. Und es geht um eine Familie, die in schweren Zeiten zusammenhält und einander wahnsinnig viel Wärme und Verständnis entgegenbringt.

Abgesehen davon, dass der Film voller Zärtlichkeit und wunderschön inszeniert ist, lebt er von den wirklich brillanten schauspielerischen Leistungen Annette Benings und Jamie Bells. Die Chemie zwischen den beiden Figuren ist stets greifbar. Und obendrauf liefert "Film Stars Don't Die in Liverpool" das unerwartete Vergnügen, Jamie Bell nach "Billy Elliot – I Will Dance" erneut tanzen zu sehen.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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