Ich bins, Kaspar Hauser! Bruno S. (l.) in der
Rolle des Findelkinds

Jeder für sich und Gott gegen alle

KINOSTART: 01.11.1974 • Historiendrama • Deutschland (1974) • 110 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Jeder für sich und Gott gegen alle
Produktionsdatum
1974
Produktionsland
Deutschland
Filmstudio
ZDF, Werner Herzog Filmproduktion
Laufzeit
110 Minuten
Regie
Werner Herzog
Music
Popol Vuh
Kamera
Jörg Schmidt-Reitwein, Michael Gast, Gunter Freyse, Mike Gast
Hinter dem zitathaften Titel verbirgt sich die allbekannte Geschichte von Kaspar Hauser, der als Findelkind von rätselhafter Herkunft in die Geschichtsbücher des 19. Jahrhunderts eingegangen ist und dessen geheimnisvolles Leben und Sterben zahlreiche Dichtungen - von Karl Gutzkow bis Peter Handke - angeregt hat. Die Gerichtsakte weiß zu vermelden, dass am 26.5.1828 ein junger Mensch, etwa im Alter von 16 Jahren, in Nürnberg auftauchte, sich Kaspar Hauser nannte und berichtete, dass er sein ganzes Leben allein in einem dunklen Raum zugebracht habe. Er starb fünf Jahre später, am 14.12.1833, an den Folgen einer Verletzung, die ihm ein Unbekannter mit einem Messerstich in die Brust beigebracht hatte.

Dem Filmemacher Werner Herzog geht es nun nicht um eine bloße filmische Aufbereitung der Historie. Die äußeren Daten und Fakten des Falles werden nur soweit mitgeteilt, dass eine Orientierung in der Historie gerade möglich wird. Herzog interessiert sich auch nicht für den kriminologischen oder zeitkritischen Aspekt des mysteriösen Falles. Ihn interessiert an Kaspar der Mensch, der sein Lebtag in einem Kellerloch eingesperrt war, der zu dem Zeitpunkt, da er mitten in der fränkischen Stadt ausgesetzt wird, nicht weiß, was ein Haus, ein Baum, was Sprache ist, der keine Vorstellung von menschlicher Kultur, keinen Begriff von der Welt hat. Ihn interessiert, wie erfährt ein Mensch die Welt, jemand, der bis ins Erwachsenenalter hinein in absoluter Isolation gehalten wurde und bar jeder Erfahrung und jeden Wissens ist. Der Film wurde bei den Filmfestspielen 1975 in Cannes mit drei Preisen ausgezeichnet: dem Großen Sonderpreis der Jury, dem Preis der Internationalen Filmkritikervereinigung FIPRESCI und dem Preis der Ökumenischen Jury.

Darsteller

Brigitte Mira
Herbert Achternbusch in gelbem Anzug.
Herbert Achternbusch
Reinhard Hauff
Weitere Darsteller
Bruno S. Walter Ladengast Willy Semmelrogge Kidlat Tahimik Hans Musäus Michael Kroecher Henry van Lyck Enno Patalas Volker Elis Pilgrim Volker Prechtel Gloria Doer Helmut Döring Andi Gottwald Wolfgang Bauer Walter Steiner Clemens Scheitz Johannes Buzalski Willy Meyer-Fürst Florian Fricke Alfred Edel Franz Brumbach Herbert Fritsch Wilhelm Bayer Peter Gebhart Otto Heinzle Dorothea Kraft Dr. Walter Pflaum Dr. Heinz Niemöller Peter-Udo Schönborn Markus Weller

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