Zwei Frauen führen auf Lanzarote einen dramatischen Dialog. Die eine spricht von einer Krise, von einem unglücklichen Ende. Die andere hakt ein: "Du vergisst, es ist eine Fiktion, und ich entscheide über das Ende." Finger hacken Buchstaben in eine Tastatur, eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Ziemlich verkopft sei dieser neue Film "Bitteres Fest" von Pedro Almodóvar, hieß es vorab in manchen Kritiken. Dass er es sich oder seinem Publikum zu leicht mache, kann man dem spanischen Kult-Filmemacher jedenfalls nicht vorwerfen.
Die Rahmenhandlung des Films erzählt von Regisseur Raúl (Leonardo Sbaraglia), der im Jahr 2025 an einem Drehbuch für einen neuen Film arbeitet. In "Bitteres Fest" möchte Raúl die Geschichte von Elsa (Bárbara Lennie) erzählen, einer ehemaligen Filmemacherin in der Werbebranche, die 2004 nach einer Panikattacke mit einer Freundin (Victoria Luengo) nach Lanzarote reist, um sich neu zu orientieren. Gewissermaßen erzählt Raúl damit aber auch seine eigene Geschichte.
Die Trennlinie zwischen den verschiedenen Erzählungen ist in "Bitteres Fest" bewusst nicht immer klar gezogen. Das kann verwirren. Dieser neue Film von Pedro Almodóvar, der Nachfolger zu "The Room Next Door" (2024), beinhaltet aber auch spannende Denkanstöße, vor allem eben über die Macht von Erzählungen und Fragen wie: Was kann Fiktion in der echten Welt bewirken? Die Kritiken zu "Bitteres Fest" fielen mehrheitlich positiv aus, in Cannes war der Film für die Goldene Palme nominiert.