Die junge Susie liebt den Nachbarsjungen William. Ohne sein Wissen finanziert sie seine Ausbildung mit ihrer eigenen Hände Arbeit und opfert damit ihr eigenes Glück. Denn als William es bis zum Priester bringt, muss Susie erkennen, dass der kultivierte Mann für sie unerreichbar geworden ist ...

Drei Jahre nach seinem überaus aufwändig inszenierten Monumentalfilm "Intolerance" (ebenfalls mit Lillian Gish und Robert Harron) drehte David Wark Griffith, der als Regisseur seinerzeit bereits auf dem absteigenden Ast war, dieses simple, aber bitter-süße Stummfilmdrama mit Lilian Gish in der Rolle der jungen Frau, die alles für ihre große Liebe tut, am Ende jedoch allein in der Welt bleiben muss. Mit diesem Werk gelang Griffith noch einmal ein Melodram auf der Höhe seiner Zeit, aus damaliger Sicht gewiss ein frühes Meisterwerk des Genres. Gish und ihre ebenfalls schauspielernde Schwester Dorothy (1898-1963) gaben bereits ihr Filmdebüt bei Griffith, der - das ist bekannt - wie Chaplin eine Vorliebe für sehr, sehr junge Mädchen hegte. Jahrelang gehörten die beiden zum festen Darstellerkreis um den Regisseur. Ebenso übrigens wie Robert Harron (1893-1920), der am 5. September 1920 einen tragischen wie mysteriösen Tod starb. Laut Polizeibericht soll es sich um einen tragischen Unfall gehandelt haben, als sich ein Schuss aus einer Pistole, die er bei sich hatte, löste und Harron in die linke Lunge traf. Andere Stimmen schließen einen Selbstmord nicht aus, da Harron von Griffith für dessen nächste Regiearbeit nicht mehr besetzt worden war.

Foto: arte F/Lobster Films