Corinne und Roland, ein Paar, das sich auseinander gelebt hat, haben beide ihre Geliebten und nebenbei auch schon einige Anschläge aufeinander verübt. Dennoch schließen sie Waffenstillstand, um gemeinsam zu Corinnes sterbendem Vater zu fahren, der ein größeres Erbe hinterlässt. Auf dem Weg zu seinem Wohnort jedoch stolpern sie von einer Katastrophe in die nächste: Gigantische Staus, blutige Massenunfälle und gewalttätige Anhalter säumen ihren Weg, bis das Paar seinen Wagen zu Schrott fährt und zu Fuß weiter muss. Außerhalb jeder normalen Chronologie beginnt für die beiden eine Odyssee zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kunst und Revolution, zwischen Albtraum und Realität ...

Wohl einer der grellsten Filme, die je auf Zelluloid gebannt wurden: Mit "Weekend" rief Godard "das Ende des grammatikalischen Zeitalters des Films" aus. Seine Verfremdungstechnik durch permanente Brüche im Erzählfluss, die unorthodoxe Kombination von Bild und Ton und der distanzierende Einsatz der Zwischentitel finden in seinem letzten Film vor dem Mai '68 einen Höhepunkt. Als Verhöhnung der Bourgeoisie, radikale Kulturkritik und Ausdruck von Godards verzweifeltem Zynismus angesichts einer Welt, die sich nicht wirklich ändern lässt, ist "Weekend" auch über 40 Jahre nach seiner Entstehung noch spannend. Godard selbst bezeichnete seine politische Farce als "Film verirrt im Kosmos", "gefunden auf dem Schrotthaufen". Ein Film, der die konventionellen Erzählmuster des Kinos ad absurdum führt und in ein Puzzle zerlegt, das jeder Zuschauer anders zusammensetzen kann. Eine extremere Zivilisationskritik kann man sich kaum vorstellen!

Foto: HR/Degeto