Regisseurin Amma Asante hat bereits in "Dido Elizabeth Belle" (2013) ein Werk über rassistische Ausgrenzung geschaffen, das im England des 18. Jahrhunderts spielte. Mit "A United Kingdom" nimmt sich Asante nun erneut des Themas auf Basis einer wahren Geschichte an, allerdings situiert sie die Liebesgeschichte zwischen Seretse Khama (David Oyelowo), dem König von Bechuanaland, und der britischen Angestellten Ruth Williams (Rosamund Pike) kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Anfeindungen zum Trotz

Seretse und Ruth lernen sich im Jahr 1948 in London kennen und lieben. Doch auf beiden Seiten gibt es Widerstände, denn Seretses Volk will eine weiße Frau an seiner Seite nicht akzeptieren, und Ruth erregt zu Zeiten der Apartheid den Unmut ihrer Familie und des britischen Königshauses. Dennoch entscheiden sie sich zu heiraten und für ihre Liebe gegen alle Widersacher einzutreten.

Schwerpunkt auf Gefühlen

Auf den ersten Blick hat der Film alles, um mit starken Filmen des Themenbereichs wie "Selma" (ebenfalls mit Oyelowo  in der Hauptrolle) und "Mandela" mitzuhalten. Allerdings verpasst es Asante, den gesellschaftlichen Konflikt in angebrachter Intensität auszuführen. Stattdessen wird die Problematik klischeehaft und ohne den nötigen Tiefgang abgehandelt.

Gerade im Vergleich zur realen Vorlage ist die Liebesgeschichte von Seretse und Ruth zu stark geschönt und mit Kitsch überhäuft; viele der Schwierigkeiten, die sich den beiden in den Weg stellten, kommen kaum zur Sprache. Damit ist das Werk eher eine typische Lovestory als ein gesellschaftskritisches Drama.