Abrir puertas y ventanas

KINOSTART: 08.08.2011 • Drama • Schweiz/Argentinien (2011) • 95 MINUTEN
Lesermeinung
Originaltitel
Abrir Puertas y Ventanas
Produktionsdatum
2011
Produktionsland
Schweiz/Argentinien
Laufzeit
95 Minuten
Die drei Schwestern Marina (Maria Canale), Sofia (Martina Juncadella) und Violeta (Ailin Salas) im Alter zwischen 18 und 20 Jahren sind bei ihrer Grossmutter in Buenos Aires aufgewachsen. Als diese stirbt, beginnt für sie sie eine schwierige Zeit. Eigentlich stünde es nun an, dass jede von ihnen ihren eigenen Weg ginge, doch die Geschwister spüren ein grosses Zögern, auch nur einen Schritt in Richtung Selbstständigkeit zu tun. Alle drei bleiben im Haus ihrer Grossmutter in Buenos Aires wohnen. Marina, die Älteste, studiert und kümmert sich um den Haushalt und die Finanzen. Die Mittlere, Sofia, geht missmutig zur Schule und interessiert sich vor allem für ausgefallene Kleidung. Die Jüngste schwänzt die Schule und vergnügt sich stattdessen mit ihrem Freund, von dem ihre Schwestern nichts wissen. Als eines Tages Violeta, ohne sich zu verabschieden, mit ihrem Musikerfreund verschwunden ist, bricht ein schmerzhafter Konflikt zwischen Sofia und Marina auf. Der Verlust der jüngsten Schwester ist zunächst eine Tragödie, doch bald schon kommt dadurch ein Prozess in Gang. Langsam beginnen die Schwestern, das Haus zu entrümpeln, damit etwas Neues entstehen kann. "Abrir puertas y ventanas" erzählt die Geschichte von drei Geschwistern, die früh ihre Eltern verloren haben und Jahre später mit dem Tod ihrer Grossmutter jegliches elterliche Korrektiv verlieren. So müssen sie sich alleine zurechtfinden, füreinander sorgen und gleichzeitig egoistisch den eigenen Weg gehen. Die Westschweizer Filmemacherin mit argentinischen Wurzeln Milagros Mumenthaler inszenierte diese subtile Geschichte mit langsamen und sehr stimmigen Bildern. Sie verlässt sich auch auf ihr hervorragendes Trio von Schauspielerinnen, denen sie viel Raum lässt, ihre Figuren zu entwickeln: María Canale, Martina Juncadella und Ailin Salas. Während Salas und Juncadella bereits auf der Leinwand zu sehen waren, gab Canale mit "Abrir puertas y ventanas" ihr Langfilm-Début. Mumenthaler vermochte die meisten Kritiker mit ihrem bedächtigen Film zu begeistern. Michael Sennhauser schwärmte: "Es gibt keinen falschen Ton in diesem Film, kein aufgesetztes Bild, keine an ein Grundgerüst geschraubten Szenen." Am 64. Filmfestival von Locarno wurde "Abrir puertas y ventanas" mit dem Goldenen Leoparden als Bester Film ausgezeichnet. Gleichzeitig erhielt María Canale, die im Film die Rolle der Marina spielt, einen Leoparden als Beste Darstellerin.

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