Agathe (Judith Chemla) ist einer der wenigen Menschen, die Juste (Thimotée Robart) sehen können. Sie glaubt, in ihm eine alte Liebe wiederzuerkennen.
Ein Engel und seine Retterin: "Der flüssige Spiegel" lässt die Wirklichkeit zerfließen.

Der flüssige Spiegel

KINOSTART: 03.09.2020 • Drama • F (2019) • 106 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Vif-argent
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
F
Laufzeit
106 Minuten

Filmkritik

Zwischen den Welten
Von Andreas Fischer

Ein Fährmann ins Jenseits pendelt in "Der flüssige Spiegel" zwischen Leben und Tod und hofft, dass er seine Erinnerungen wiederfindet, um irgendwo anzukommen.

"Wenn ich tot wäre, würde ich es wohl wissen", sagte der alte Mann und schüttelt mit dem Kopf. Dann erinnert er sich an eine Begebenheit aus seiner Kindheit und ist schließlich doch bereit, Juste (Thimotée Robart) zu folgen. Der junge Mann nimmt ihn mit ins Jenseits. Er ist eine Art Reiseführer für kürzlich Verstorbene und kümmert sich als Seelsorger darum, dass die Toten ihre irdische Existenz ohne Groll verlassen. Juste selbst ist gefangen zwischen den Welten, körperlos, unsichtbar, rastlos: Doch Stéphane Batut lässt ihn in seinem Regiedebüt "Der flüssige Spiegel" noch einmal das Leben spüren.

Nicht jeder kann Juste sehen. Seit Jahren streift er als Geist durch Paris, unsichtbar für die Lebenden. Weil er seine Erinnerungen verloren hat, kann er das Diesseits nicht verlassen und im Jenseits nicht ankommen. Denn was ist ein Leben ohne Erinnerungen schon? Irgendwo zwischen dem Hier und dem Dort trifft er Agathe (Judith Chemla), die glaubt, in Juste eine alte Liebe zu erkennen. So wird Juste Teil von Agathes Erinnerungen, er gewinnt seine Körperlichkeit und einen Teil seines Lebens zurück.

Gemeinsam verlaufen sich der Engel und seine Retterin in einem Labyrinth aus Gefühlen und Gedanken, in dem alles wahrhaftig ist, aber wenig konkret. Und aus dem es natürlich keinen einfachen Ausweg gibt. Dafür Platz zum Wandern und Herumstreifen, zum Nachdenken und sich Verlieren – in den expressiven Bildern, die Stéphane Batut, als erfolgreicher Casting Director mit dem Kino vertraut, für seine surreale Romanze fand, und in der sinnlichen Musik.

"Der flüssige Spiegel" ist ein Film in der Schwebe, in dem vieles angenehm vage bleibt. Man kann sich in diesem Roadmovie verlieren auf den Straßen zwischen Leben und Tod, zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit und weiß nie genau, wo man ist, wo man sein sollte, wo man sein will.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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