Harry Styles ist bereits einer der größten Pop-Stars der Gegenwart, nun möchte er auch Hollywood erobern. Im Thriller "Don't Worry Darling" spielt er erstmals eine Hauptrolle.

Don't Worry Darling

KINOSTART: 22.09.2022 • Drama • United States of America (2022) • 123 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Don't Worry Darling
Produktionsdatum
2022
Produktionsland
United States of America
Filmstudio
Vertigo Entertainment, New Line Cinema
Budget
20.000.000 USD
Einspielergebnis
86.669.039 USD
Laufzeit
123 Minuten
Regie
Music
John Powell
Kamera
Simon Firsht, Merrick Morton, Matthew Libatique

Verschwiegenheit bedeutet Sicherheit

Harry Styles in seiner ersten Hauptrolle
von Christopher Diekhaus

Eine junge Hausfrau hegt Zweifel an ihrer 1950er-Jahre-Idylle in einer luxuriösen Firmensiedlung: US-Schauspielerin Olivia Wilde legt mit ihrer zweiten Regiearbeit "Don't Worry Darling" einen audiovisuell berauschenden Mystery-Thriller hin, dem gegen Ende jedoch ein wenig die Luft ausgeht.

Das Paradies liegt in der Wüste. Mitten im Nirgendwo. In einem kargen, staubigen Niemandsland. So zumindest preist es der Visionär Frank (Chris Pine) in "Don't Worry Darling" mit verführerischen Worten an. Die von ihm gegründete Victory-Gemeinschaft, eine akkurat angelegte, blankgeputzte Luxussiedlung, soll ein Ort des Fortschritts sein. Ein Ort der Zukunft, der die Menschheit auf eine neue Stufe bringt. Eine Spur kleiner geht es nicht. Schon früh offenbart diese in die Ödnis geworfene Community sektenartige Züge. Bestimmt wird sie von klaren, den Alltag der Bewohner minutiös strukturierenden Regeln. Kontrolle und Ordnung werden als Ideale hochgehalten. Und omnipräsent ist die Stimme Franks, der via Radio seine Weisheiten hinausposaunt.

In satten, sorgfältig ausgestatteten Bildern taucht das Publikum ein in eine 1950er-Jahre-Welt, deren Opulenz man sich nur schwer entziehen kann. Der Film "Don't Worry Darling", um den es nach der Venedig-Premiere wegen diverser angeblicher Turbulenzen hinter den Kulissen großen Wirbel gab, ist ein echter Augenschmaus. Gleichzeitig wirkt die geradezu aggressiv ausgestellte sonnendurchflutete Idylle aber auch einen Tick zu perfekt. Irgendetwas muss hinter der hübschen Fassade lauern. Daran gibt es keinen Zweifel.

In ihrer zweiten Regiearbeit greift US-Schauspielerin Olivia Wilde ("Booksmart") ein oft benutztes Motiv des Horror- und Thriller-Kinos auf, dem sich etwa Kinoexzentriker David Lynch in seinem 1980er-Jahre-Hit "Blue Velvet" schon mit diebischer Freude annahm. Stärker als die Bezüge zu diesem abgründigen Klassiker sind jedoch die Verbindungen zu Ira Levins feministischem Science-Fiction-Schauerroman "Die Frauen von Stepford" und der gleichnamigen Verfilmung durch Bryan Forbes.

Stimmungsvolle Wahrheitssuche

Die Geschlechterrollen in Victory sind klar verteilt. Während die Damen Haus und Hof in Schuss halten, fahren die Männer tagein, tagaus zur Zentrale von Franks Firma, um ihrer streng geheimen Arbeit am sogenannten Victory-Projekt nachzugehen. Teil dieses gut geölten Kreislaufs ist auch die junge Alice Chambers (Florence Pugh), die sich mit ihrem Gatten Jack (Harry Styles) im Wüstenrefugium niedergelassen hat.

In ihren Alltag, der aus Putzen, Kochen, Tanzstunden und allerlei Freizeitgestaltung mit Nachbarinnen und Freundinnen besteht, schleichen sich nach und nach Ungereimtheiten ein. Irritationen, die Alice – ein wahrscheinlich auf die Hauptfigur aus "Alice im Wunderland" verweisender Name – zu Nachforschungen antreiben. Mit bitteren Konsequenzen, denn wer die Prinzipien und die Aufgabenverteilung hinterfragt, wer sich nicht einfügt, gilt schnell als verrückt, hysterisch, paranoid.

Handlungstechnisch bietet "Don't Worry Darling" wenige Überraschungen. Das Muster – glänzendes Äußeres, finsterer Kern – ist vertraut. Und wer "Die Frauen von Stepford" kennt, hat eben diese Geschichte über weibliche Unterdrückung stets im Hinterkopf. Wilde gelingt es dennoch, eine unbehagliche Stimmung zu erzeugen, die sich langsam, aber kontinuierlich in Richtung Eskalation verschiebt. Eine leise Drohung hier. Ein verräterischer Blick da. Zusätzlich seltsame Visionen, von denen Alice immer häufiger befallen wird. Eine wichtige Rolle spielt auch die Musikuntermalung. Erklingen anfangs beschwingte 1950er-Jahre-Songs, drängen sich mit der Zeit unruhige, hektische, brodelnde Klänge auf der Tonspur, die den Ausnahmezustand der Protagonistin akustisch greifbar machen.

Ende mit Schwächen

Die Regisseurin, die übrigens auch selbst eine Nebenrolle übernommen hat, geht souverän mit den audiovisuellen Mitteln um, kann sich aber auch auf ihre Hauptdarstellerin verlassen. Einmal mehr demonstriert Florence Pugh ("Midsommar") ihre Vielseitigkeit, gibt sich glaubhaft verletzlich, desorientiert, trumpft allerdings ebenso mit reichlich Energie auf – was für ihren Part unabdingbar ist. Erstaunlich wirkungsvoll agiert zudem Chris Pine als guruhafter Victory-Gründer. Ohne zu überreizen, verleiht er dem Herausforderungen liebenden Frank eine latent bedrohliche Aura.

Einen Knacks bekommt der Mystery-Thriller leider ausgerechnet dort, wo er noch einmal richtig abliefern müsste. Der große Twist und mit ihm das letzte Drittel hinterlassen einen hingehuschten Eindruck. Gruselige, allzu reale Vorstellungen kommen hier ins Spiel, werden aber nur angerissen, statt ernsthaft durchdrungen. Der beabsichtigte niederschmetternde Punch bleibt daher aus, auch wenn Olivia Wilde in den Schlussminuten auf die Tube drückt und Alice ordentlich in Bedrängnis bringt. Wie so oft zeigt sich: Ein aufregendes Geheimnis raffiniert und überzeugend aufzulösen, ist schwieriger, als es aufzubauen.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

Chris Pine
Wurde als "Dreizehn" in "Dr. House" bekannt: Olivia Wilde.
Olivia Wilde
Weitere Darsteller
Florence Pugh Harry Styles KiKi Layne Gemma Chan Nick Kroll Sydney Chandler Kate Berlant Asif Ali Douglas Smith Timothy Simons Ari'el Stachel Steve Berg Daisy Sudeikis Marcello Julian Reyes Monroe Cline Angel Mammoliti Nataly Santiago Daniel Nishio Kurt Scholler Dita Von Teese Dimitri Dimitrov Victoria Acker Oritsetsolaye Akuya Jennifer Mariela Bermeo Taylor May Dean Auriana Ehsani Jessica Hiestand Alexandra Nicole Hulme Angel Inniss Natasha Kalimada Stephanie Kim Charissa Kroeger Toi'ya Leatherwood Sisley Loubet Jasmine Mason Bailey Swift Michelle Ells Brooke deRosa Kaleigh Krause Kaleigh Krause

Neu im kino

Die Odyssee (2026)
Die Odyssee
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
So klingt das Leben (2025)
So klingt das Leben
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Was haben wir gelacht (2026)
Was haben wir gelacht
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaiana (2026)
Vaiana
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Virginia Woolf's Night & Day (2026)
Virginia Woolf's Night & Day
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Etwas ganz Besonderes (2026)
Etwas ganz Besonderes
Drama • 2026
prisma-Redaktion
The Piano Tuner (2026)
The Piano Tuner
Krimi • 2026
prisma-Redaktion
Vom Traum, unsinkbar zu sein (2026)
Vom Traum, unsinkbar zu sein
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Minions & Monster (2026)
Minions & Monster
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Supergirl (2026)
Supergirl
Action • 2026
prisma-Redaktion
Jackass: Einer geht noch (2026)
Jackass: Einer geht noch
Action • 2026
prisma-Redaktion
Power Ballad – Der Song meines Lebens (2026)
Power Ballad – Der Song meines Lebens
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
The Death of Robin Hood (2026)
The Death of Robin Hood
Drama • 2026
LOL 2.0 (2026)
LOL 2.0: Anne’s Golden Hour
Komödie • 2026
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens (2025)
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens
Animation • 2025
prisma-Redaktion
Dolly (2026)
Dolly
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit (2026)
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Mystery • 2026
prisma-Redaktion
Masters of the Universe (2026)
Masters of the Universe
Action • 2026
prisma-Redaktion
Sommer auf Asphalt (2026)
Sommer auf Asphalt
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Scary Movie (2026)
Scary Movie
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Solo Mio (2026)
Solo Mio
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Passenger (2026)
Passenger
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Verflucht normal (2025)
Verflucht normal
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Backrooms (2026)
Backrooms
Horror • 2026
Vivaldi und ich (2025)
Vivaldi und ich
Musik • 2025
prisma-Redaktion
Mother Mary (2026)
Mother Mary
Musik • 2026
prisma-Redaktion
The Mandalorian and Grogu (2026)
Star Wars: The Mandalorian and Grogu
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang (2026)
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Glennkill – Ein Schafskrimi (2026)
Glennkill – Ein Schafskrimi
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus (2026)
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion