Ehre

KINOSTART: 30.07.2011 • Dokumentarfilm • Deutschland (2011) • 87 MINUTEN
Lesermeinung
Originaltitel
Ehre
Produktionsdatum
2011
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
87 Minuten
Schnitt
Was bedeutet überhaupt "Ehre" - heute, im Deutschland des 21. Jahrhunderts? Dokumentarfilmerin Aysun Bademsoy hat sich auf die Suche gemacht und Berliner Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund dazu befragt und untersucht, wohin Versuche, die eigene Ehre zu behaupten, führen können. Der Begriff Ehre entpuppt sich dabei als soziales Problem, als gefährliche Worthülse, die kaum hinterfragt zur Rechtfertigung werden kann für Diskriminierung, Aggression und Gewalt - bis hin zum sogenannten "Ehrenmord". Bei einem Anti-Gewalt-Training der Berliner Polizei spielen der 17-jährige Abdullah und der 16-jährige Christian eine Alltagssituation durch, die schnell eskaliert: Einer pöbelt, der andere lässt sich provozieren. Beide sind hier, weil sie gewalttätig geworden sind, um, wie sie sagen, ihre verletzte Ehre zu verteidigen. Beide müssen Sozialstunden leisten und sich Fragen stellen, die sie bislang ausgeblendet haben: Was ist Ehre überhaupt? Wie weit darf ich in einer Auseinandersetzung gehen?

So wie die beiden rechtfertigen viele der Jugendlichen, die Regisseurin Aysun Bademsoy in Berlin befragt hat, Übergriffe und Gewalt: mit der Verteidigung der Ehre als höchstes Gut. Schnell wird deutlich, dass das, was die Jugendlichen mit dem Insistieren auf die eigene Ehre kompensieren wollen, ihre eigene Unsicherheit ist. Oft sind sie in schwierigen sozialen und familiären Lebensverhältnissen aufgewachsen. Christian etwa wurde als Kind von seinem Vater geschlagen, Abdullah ist überfordert damit, den Ansprüchen seiner muslimisch geprägten Familie zu genügen. Dass die Verteidigung der Ehre als Legalisierung von Selbstjustiz in die Katastrophe führen kann, zeigt die Regisseurin durch Aufnahmen der Tatorte von sogenannten "Ehrenmorden", mitten in der tristen Lebenswelt der Jugendlichen. Sozialarbeiter, Gerichtsgutachter, Polizisten - mit und ohne Migrationshintergrund - erläutern juristisch und kulturgeschichtlich, warum die Ehre oft zum letzten Halt der orientierungslosen jungen Männer wird, und wie ihnen Auswege aus der Gewalt aufgezeigt werden können.

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