Nach den Regeln des jüdischen Shiv'a-Rituals verlassen die hinterbliebenen Familienmitglieder eines Verstorbenen für eine Woche nicht ihr Haus und empfangen Trauerbesucher, um danach wieder ins alltägliche Leben zurückzukehren.

Dass sich Gefühle aber nicht immer nach einem festen Fahrplan verarbeiten lassen, muss Eyal (Shai Avivi) nach dem Tod seines 25-jährigen Sohnes erfahren. Ihm erscheint es im Gegensatz zu seiner Frau Vicky (Evgenia Dodina) unmöglich, der Normalität nach der Shiv'a ihren geregelten Lauf nehmen zu lassen.

Unfähig die Trauer hinter sich zu lassen, trifft er auf Zooler (Tomer Kapon), den Sohn seines Nachbarn, der ihn von einer außergewöhnlichen Situation in die nächste treibt.

Bittersüß und geschmackssicher

Wenn sich wie in "Ein Tag wie kein anderer" ein reifer Mann nicht wirklich altersgerecht verhält, kifft und Bekannten ganz undiplomatisch die Meinung sagt, ist das eine Drehbuchvariante, der sich auch einfach gestrickte Komödien à la "Jackass: Bad Grandpa" bedienen können. Allerdings vermag es Regidebütant Asaph Polonsky dieses Muster genau im richtigen Tonfall aufzugreifen.

Die Gags sind lakonisch, der Ernst der Situation stets spürbar und die Pointen eher zurückgenommen als echte Schenkelklopfer. Es wäre allerdings schön gewesen, wenn der klassischen Trauerverarbeitung von Vicky als Kontrast ebenso viel Raum eingeräumt worden wäre, wie dem unkonventionellen Verhalten Eyals. Dennoch ist die taktvolle und zutiefst menschliche Komödie auf jeden Fall einen Besuch wert.