In "Poor Things" beweist Emma Stone ein weiteres Mal, dass sie zu den begabtesten Darstellern Hollywoods gehört.

Poor Things

KINOSTART: 18.01.2024 • Sciencefiction-Komödie • Ireland, United Kingdom, United States of America (2023) • 141 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Poor Things
Produktionsdatum
2023
Produktionsland
Ireland, United Kingdom, United States of America
Filmstudio
Searchlight Pictures, Film4 Productions, TSG Entertainment, Element Pictures, Limp, Fruit Tree
Budget
35.000.000 USD
Einspielergebnis
19.800.000 USD
Laufzeit
141 Minuten
Regie
Giorgos Lanthimos, Yorgos Lanthimos
Music
Jerskin Fendrix
Kamera
Atsushi Nishijima, Robbie Ryan

Sie ist anders als alles, was du je gesehen hast.

Sie ist ein Experiment
von Jonas Decker

"Poor Things" könnte man als weibliche Version von Frankenstein verstehen. Lohnt sich die Mischung aus Sciencefiction-Komödie und Liebesfilm? Hier gibt es alle Infos zum Kinoneustart der Woche.

"Sie ist ein Experiment", erklärt Dr. Godwin Baxter. Ihr Geist und ihr Körper seien zwar noch nicht im Einklang, "aber sie entwickelt sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit". Sie, das ist eine junge Frau, die schon einiges hinter sich hat. Unter anderem auch den Tod. Ihr erstes Leben endete, als sie sich schwanger und verzweifelt in die Themse stürzte und ertrank. Ihr zweites beginnt kurz nachdem ihr Leichnam in den Händen des besagten Dr. Baxter landet. Das ist die Ausgangslage von "Poor Things", dem neuen Werk von Regisseur Giorgos Lanthimos ("The Lobster", "The Favourite") und einem der verheißungsvollsten Kinofilme 2024.

Ein genialer Wissenschaftler, der das Undenkbare wagt und die Toten wieder zum Leben erweckt: Die Parallelen zum Literaturklassiker "Frankenstein" sind nicht von der Hand zu weisen; vielfach wird "Poor Things" (basierend auf dem gleichnamigen Roman von Alasdair Gray, 1992) als feministische Version der prototypischen Sci-Fi-Gruselgeschichte von Mary Shelley aus dem Jahr 1818 gedeutet.

Anders als damals ist es diesmal kein männliches Ungetüm, das da unter Strom wieder aufersteht, sondern eine attraktive junge Frau. Aber auch diese Bella Baxter, verkörpert von Oscargewinnerin Emma Stone, hat etwas Monströses an sich. Dr. Baxter (Willem Dafoe) hat ihr altes Gehirn gegen das ihres ungeborenen Kindes ausgetauscht, in ihrem Gebaren treffen infantile Unbedarftheit, ein fehlendes Gespür für die Etikette des 19. Jahrhunderts und sexuelle Experimentierfreude in einem komischen, zuweilen aber auch ziemlich skurrilen und grotesken Zusammenspiel aufeinander.

Der große Unterschied zwischen "Frankenstein" und "Poor Things": Wo die eine Geschichte in der Tragödie endet, mit Mistgabeln und Feuer, beginnt in der anderen eine fantastische Entdeckungsreise. Dr. Baxter versteht sich nicht nur als Erschaffer, sondern auch als eine Art väterliche Figur für seine Bella. Er unterrichtet sie und fördert ihren Geist, weckt ihre Neugier auf das Unbekannte. Mit Erfolg.

"Es gibt eine ganze Welt zu entdecken, zu erleben", staunt Bella. Sie wolle sich weiter "entwickeln", wolle "wachsen", wird flügge. Und traut sich selbst immer größere Sprünge zu. Gemeinsam mit dem Anwalt Duncan Wedderburn (Mark Ruffalo) begibt sie sich bald auf eine große Reise über alle Kontinente – hinaus in eine Welt, die so viel verspricht, die junge Protagonistin aber auch immer wieder überfordert.

Fantasievoll erzählt, virtuos inszeniert, üppig ausgestattet und bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt: Mit "Poor Things" legt der visionäre griechische Regisseur Giorgos Lanthimos seinen bislang größten Film vor. Und, so urteilten zuletzt schon zahlreiche Kritiker, auch seinen besten. Im Rahmen der Premiere bei den Filmfestspielen in Venedig gewann "Poor Things" bereits den Goldenen Löwen, zuletzt folgten zwei Golden Globes (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin). Auch bei der bevorstehenden Oscarverleihung gehört die schwarzhumorige Science-Fiction-Erzählung zum Favoritenkreis.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

 

Darsteller

Emma Stone steht vor einer Fotowand und lächelt.
Emma Stone
Rainer Werner Fassbinder machte sie zum Star: Hanna Schygulla (hier im Tatort "Wofür es sich zu leben lohnt").
Hanna Schygulla
Spielt gern in Independent-Produktionen: Mark Ruffalo.
Mark Ruffalo
Schauspieler Willem Dafoe.
Willem Dafoe
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