Die Stimme des kanadischen Singer-Songwriters Ron Hynes erinnert an Walk the Line - dessen weltweite Berühmtheit erreichte Hynes nie. Seine Musik ist deutlich von Gordon Lightfoot beeinflusst. Songs wie "The Man of a Thousand Songs" oder "Atlantic Blue" fanden auf der ganzen Welt Gehör und - zumindest unter den Folksong-begeisterten Zuhörern - entsprechend viele Fans. Doch den Ruf als lebende Legende konnte er sich nur in seiner Heimat Neufundland aufbauen. Seit 1972 ist Hynes aktiv und hat entsprechend viele Höhen und Tiefen im Laufe seiner Karriere durchlebt. Persönliche Krisen, die in Alkohol- und Drogensucht gipfelten, beeinflussten nicht nur sein musikalisches Schaffen ...

William D. MacGilliveray zeichnet hier ein durchaus bewegendes Porträt des kanadischen Liedermachers Ron Hynes und legt nicht nur dessen persönliche Tiefpunkte offen dar, sondern beleuchtet auch sein düsteres Alter Ego. Der Sänger selbst verrät, wie seine persönlichen Krisen sein kreatives Schaffen beeinflusst haben und warum er den weltweiten Durchbruch nie geschafft hat. Er selbst fühlt sich innerlich zerrissen und präsentiert sich gern als Dreifaltigkeit - der Mensch, der Künstler und der Dämon, der über Höhen und Tiefen bestimmt. Letztendlich handelt das filmische Porträt von einem "Mann, der ganz groß hätte werden könne, es aber nicht wurde" und erinnert dabei an die Anvil über die Jungs der kanadischen Heavy-Metal-Band "Anvil". Für Hynes-Fans durchaus sehenswert, alle anderen werden sicherlich auch nach dem Film noch fragen: "Wer ist Ron Hynes? Der Mensch, der Künstler oder der Dämon?"

Foto: Eclipse