Die britische Linie White Star hat sich beim Bau ihres neuen Luxusdampfers "Titanic" finanziell übernommen. Die Jungfernfahrt des Ozeanriesen im April 1912 soll daher so spektakulär verlaufen, dass sich die Reederei wirtschaftlich sanieren kann. Der Präsident des Unternehmens, Sir Bruce Ismay, nimmt sogar persönlich an der Fahrt teil. Mit ihm schifft sich weiteres illustres Publikum ein, darunter Lord John Astor, der insgeheim gegen Ismays Pläne spekuliert. Auch viele einfache Leute treten im Zwischendeck als Auswanderer die Reise nach New York an. Ismay erwartet einen neuen Geschwindigkeitsrekord, darum lässt Kapitän Smith das Schiff mit voller Kraft weiterfahren, als auf der Nordatlantik-Route treibende Eisberge gemeldet werden ...

Der Untergang der legendären "Titanic" forderte bei weitem nicht die meisten Todesopfer, doch keine andere Schiffskatastrophe hat die Öffentlichkeit mehr bewegt. Dokumentationen, Expeditionen, Ausstellungen und Kinofilme wurden über den Untergang gedreht. Nach ersten Stummfilmfassungen entstand 1943 dieser deutsche Propagandafilm, der die Katastrophe für antibritische Propaganda nutzte. "Titanic" war die letzte Regiearbeit von Hans Selpin ("Trenck, der Pandur"), der 1942 erhängt in einer Zelle aufgefunden worden war, nachdem er sich bei den Dreharbeiten zu dem Film kritisch über die deutsche Wehrmacht geäußert hatte und daraufhin verhaftet worden war. Die Regie beendete daraufhin der Schauspieler und Regisseur Walter Klingler ("Im Westen nichts Neues"). So entstand ein antibritisches Werk, das allerdings mit sehenswerten Trickaufnahmen und guten Darstellerleistungen aufwarten konnte.

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