Ein kleines Schweizer Kaff in den Sechzigerjahren: Wachtmeister Zumbühl ist ein schrecklich rechtschaffener, unverbesserlicher Besserwisser. Er ist so korrekt, dass seine Frau ihm schon vor 16 Jahren den Laufpass gegeben hat. Nun lebt Zumbühl allein mit seinem leicht behinderten Sohn, an dem die Dorfbewohner gern ihren Unmut über den Vater auslassen. Deshalb gerät er in einen schweren Konflikt, als sein Sohn der Vergewaltigung bezichtigt wird. Mit der üblichen Rechtschaffenheit beginnt er zu ermitteln...

Regisseur Urs Odermann kommt es in seiner wortkargen Milieustudie weniger auf die vordergründige Krimispannung an, er ist mehr am gesellschaftlichen Klima in der Schweizer Provinz interessiert. Dabei wird die innere Spannung von guten Darstellerleistungen getragen. Die Filmzeitschrift "Zoom" vermerkt allerdings leicht einschränkend: "Neben der differenziert gezeichneten Hauptfigur vermögen die zu eindimensionalen Nebenfiguren und einige psychologische Unstimmigkeiten weniger zu überzeugen." Angesichts der Vorzüge des Films lässt sich darüber hinwegsehen.