"Jardim Gramacho" gilt als die größte Müllkippe der Welt und liegt in der Nähe der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro. Wie viele andere ihrer Art wird sie von sogenannten "Catadores" (auf deutsch "Pflücker") bevölkert, die in den Müllmassen nach wieder verwertbaren Materialien suchen. Der aus Sao Paulo stammende, 1961 geborene Künstler und Fotograf Vik Muniz, der Mitte der Achtzigerjahre nach New York zog und dort eine internationale Karriere startete, hat die Catadores mit seiner Kamera eingefangen ...

Filmemacherin Lucy Walker ("Blindsight") hat Vik Muniz über einen Zeitraum von zwei Jahren in seine alte Heimat begleitet und seine Arbeit mit den Catadores dokumentiert. Immer nah an Muniz und seinen Protagonisten zeigt Walker den harten Alltag auf der Müllkippe und die Porträtarbeiten (die später in London versteigert werden und deren Erlöse nach Brasilien zurück fließen), die wiederum die Pflücker mit Abfällen nachbilden. So interessant auch der soziale Aspekt des Themas ist, die Bilder, die das Kameratrio Dudu Miranda, Heloísa Passos und Aaron Phillips liefert, sind eher bescheiden und konzentrieren sich zu sehr auf den ein wenig selbst verliebten wie weltbekannten Künstler. So ist "Waste Land" nur stellenweise ein berührendes Stück Lebenswirklichkeit über stolze Menschen, die zwar nicht reich und gebildet sind, doch einen unglaublichen Lebensmut ausstrahlen. Der von Fernando Meirelles ("Der ewige Gärtner", "City of God") produzierte "Waste Land" wurde auf zahlreichen Filmfestivals prämiert und war 2011 für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert.

Foto: RealFiction