Paris, 1984: Manu ist Anfang 20 und wohnt mit seiner Schwester, einer angehenden Opernsängerin, in einem bescheidenen Hotelzimmer. Als er eines Tages den Mittfünfziger Adrien kennenlernt, einen gut situierten Arzt, verliebt sich dieser in ihn und reist mit ihm in ein Haus am Mittelmeer, wo Adriens Freunde Mehdi und Sarah ein Wochenende verbringen. Als Mehdi, ein Polizist, Manu beim gemeinsamen Schwimmen vor dem Ertrinken rettet, beginnt eine zaghafte gegenseitige Faszination, die sich dank Manus Initiative bald zu einer Affäre entwickelt. Mehdi plagt zunächst sein schlechtes Gewissen, doch Sarah versichert ihm, dass für sie eine offene Beziehung nicht nur aufregend, sondern auch lebbar ist. Doch längst nicht alle Beteiligten begrüßen eine solche Offenheit: Adrien reagiert auf Manus Geständnis der Affäre mit Mehdi mit Eifersucht - und es kommt zum Streit. Dabei entdeckt Adrien, dass Manu am Oberkörper voller dunkler Flecken ist. Die Untersuchung ergibt: Manu hat Aids, eine Krankheit, die in den USA Homosexuelle dahinrafft, in Europa aber noch unbekannt ist ...

Anfang der Achtzigerjahre war die Immunschwächekrankheit Aids selbst für viele Betroffene ein Fremdwort, erst nach und nach wurde das globale Ausmaß der Krankheit deutlich. Denn die Erforschung des Virus - seine Beschaffenheit, seine Verbreitung - steckte noch in den Kinderschuhen. In diese Zeit taucht Regisseur André Téchiné ein und ziegt eindrucksvoll die psychischen und sozialen Auswirkungen von Aids nicht nur auf den Betroffenen, sondern auch auf alle anderen Beteiligten. Nach "Les égarés" und "Ich küsse nicht" verpflichtete Techiné erneut die schöne Emmanuelle Béart für die weibliche Hauptrolle, John Libéreau gibt eine gelungene Performance als Manu und Sami Bouajila wurde für sein Spiel als Mehdi 2008 mit dem César als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

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