UN-Vollversammlung in New York, Ende der Fünfziger: Nur AFP-Chefredakteur Rouvier ist aufgefallen, dass der französische Diplomat Fèvre-Berthier fehlt und schickt Journalist Moreau auf die Spurensuche. Der findet nicht bloß den Gesuchten - tot in der Wohnung einer Geliebten - sondern erfährt darüber hinaus vom lockeren Lebenswandel des angesehenen UN-Diplomaten. Fotojournalist Delmas, der die Suchaktion quer durch New York mit begleitete, hält nicht so viel von Takt und Wahrheit und schießt gestellte Fotos, die den guten Ruf des Diplomaten ruinieren würden. Deshalb startet eine zweite Verfolgungsjagd nach den "staatsgefährdenden" Negativen...

Der selten gezeigte und gemessen an Melvilles Meisterwerken ("Der zweite Atem", "Der eiskalte Engel") eher spröde Krimi im Stil des "film noir" - übrigens der einzige nur in den USA gedrehte Steifen des Franzosen Melville - entpuppt sich als naturalistische Hommage des Amerika-Fans an New York. In langen Sequenzen taumeln die Helden (den Morau spielt Melville selbst) durch die halbe Stadt von den Vergnügungsvierteln über großbürgerliche Residenzen am Central Park bis Lower East Side und Huston River. Das Irritierendste an dem Film ist vielleicht seine Botschaft: Die Wahrheit über den Lebenswandel eines Diplomaten muss verborgen bleiben, nicht nur im Sinne von Staatsinteressen, sondern auch, weil die, die ihm schaden wollen, noch schmutziger sind. Melville verpackte diese Einsicht in eine Art "detective story", ersetzte aber die coolen Gesetzeshüter in vielen seiner anderen Filme dieses Genres durch Journalisten.