Immer wieder hört man in den Nachrichten von jungen Menschen aus Europa, die über das Internet von Anhängern des sogenannten Islamischen Staates radikalisiert und rekrutiert wurden. Während anfangs häufig von Männern berichtet wurde, die als islamistische Kämpfer nach Syrien ziehen, ist mittlerweile vermehrt auch von jungen Frauen die Rede.

In den vergangenen Jahren haben sich bereits Werke wie "Made In France - Im Namen des Terrors" (2015) und "The Road to Istanbul" (2016) des Themas angenommen. In ihrem Werk beschäftigt sich Regisseurin und Drehbuchautorin Marie-Castille Mention-Schaar mit zwei jungen Französinnen, die sich auf unterschiedlichen Stufen der Radikalisierung befinden.

Gehirnwäsche übers Netz

Mélanie (Naomi Amarger) hatte bisher ein enges Verhältnis zu ihrer Mutter. Doch dann lernt sie im Internet einen jungen Mann kennen, der sie mit Komplimenten überhäuft. Schließlich handeln ihre Gespräche immer häufiger vom Thema Religion und Mélanie beginnt sich von ihrer Umgebung abzuschotten.

Die 17-jährige Sonia (Noémie Merlant) ist anders als Mélanie schon länger in Kontakt mit radikalen Islamisten. Als eines nachts Polizeikräfte ihr Haus stürmen und sie in Gewahrsam nehmen, verstehen Sonias Eltern die Welt nicht mehr. Hat ihre Tochter tatsächlich einen Anschlag geplant?

Mehr Doku als Drama

Mention-Schaars Werk überzeugt im Besonderen durch das Auslassen von gezielten Schuldzuweisungen. Allerdings bietet das Werk in seinem dokumentarischen Stil wenig filmische Variation.