Alexandre und Joseph, zwei alte Freunde, treffen sich zufällig an der Bastille. Beruflich und im Privatleben sieht es für beide nicht gerade rosig aus. Da ist die umwerfende junge Frau, die die beiden Mittvierziger in einem Café treffen, ein echter Lichtblick. Sie folgen ihr auf die Straße. Als die fremde Schöne auf Kopfsteinpflaster umknickt und fällt, helfen sie ihr auf und bringen sie zu ihr nach Hause. Die Männer sind selig, als sie daraufhin eingeladen werden, zum Abendessen zu bleiben. Aber bald wird deutlich, dass der zunächst vielversprechende Abend anders verläuft, als die beiden es sich erhofft haben. Die junge Frau, Justine, ist Studentin der Politikwissenschaften und schreibt ihre Abschlussarbeit über keinen geringeren als François Mitterrand. In ihrer Wohnung sind die deutlichen Zeugnisse ihrer übergroßen Verehrung für den früheren Präsidenten Frankreichs nicht zu übersehen. Unablässig zitiert Justine seine Gedichte, Briefe und Reden und zeigt den beiden Freunden zu alledem noch ein Mitterrand-Video nach dem anderen. Dennoch versuchen die beiden - mal als Rivalen, mal als Verbündete - immer wieder neu, sie zu verführen...

Über Politik eine Komödie zu drehen ist sicher keine leichte Aufgabe - aber genau das ist Tonie Marshall ("Schöne Venus") mit "Die Studentin und der Präsident" gelungen. In schrillen Szenen über die Verführungsversuche der beiden Freunde, während derer die Politikstudentin Mitterrand zitiert, entwirft die Regisseurin ein ungewöhnliches Porträt der Wahrnehmung von Politik in Frankreich und des Personenkults mit samt seinen pseudo-erotischen Übersteigerungen, der um manche Politiker betrieben wird.