China vor der Revolution: Die junge Songlian wird die vierte Ehefrau eines mächtigen Feudalherren. Durch eine vorgetäuschte Schwangerschaft will sie sich einen Vorteil gegenüber ihren Nebenbuhlerinnen verschaffen. Doch als die Wahrheit ans Licht kommt, zerbricht sie am System der Unterdrückung und den Intrigen der Rivalinnen.

Ein kleines Meisterwerk, ein präziser, realistischer und in der Grundtendenz bitter melodramatischer Film um das Eheritual im China der 20er Jahre, von Zhang Yimou - einer der Stars der Kinoszene Chinas - brillant inszeniert. In der Hauptrolle glänzt einmal mehr Yimous damalige Lebenspartnerin Gong Li, die zuvor schon in "Rotes Kornfeld" gespielt hatte. Auf den Filmfestspielen von Venedig erhielt Zhang Yimou für "Rote Laterne" den Silbernen Löwen für die beste Regie. In seinem Heimatland war das Drama allerdings lange Zeit verboten. Den Machthabern war die Darstellung des repressiven Machtapparates und seiner inhumanen Auswirkungen offenbar wegen naheliegender Vergleiche mit der Situation nach dem Tienanmen-Massaker von 1989 äußerst unangenehm.

Foto: ZDF