Frost

KINOSTART: 01.01.1996 • Drama • Deutschland (1996) • 12 MINUTEN
Lesermeinung
Originaltitel
Frostbite
Produktionsdatum
1996
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
12 Minuten
Regie
Die Zeit zwischen den Jahren, wenn alles stillzustehen scheint und alles festlich dekoriert ist. Die Zeit der Dunkelheit. Die Zeit des Feuers, das gegen die Kälte und die Furcht hilft. Während der Heiligen Nacht muss der siebenjährige Micha mit seiner jungen Mutter vor der Brutalität des betrunkenen Vaters flüchten. Mit den notwendigsten Dingen in einem Koffer verstaut, verlassen sie heimlich die Kellerwohnung eines Hinterhauses. Marianne erinnert sich an ihre Kindheit in der ländlichen ehemaligen DDR. Dorthin will sie. Als sie denkt, dort anzukommen, findet sie sich in einer eisüberzogenen, gefrorenen Landschaft. Dunkle Bäume ragen aus zu Eis erstarrtem Wasser. Am Horizont ragt eine Kirchturmspitze versunken aus dem kalten Grund. Hat der Ort ihrer Kindheit je existiert? Oder hat ihr die Erinnerung einen Streich gespielt? Die Reise geht weiter. Das Land erscheint endlos. Schneebedeckte Felder. Gefrorene Seen. Steinharte Erde. Eisverkrustete Straßen. Die wenigen Häuser sind verlassen und zerstört. Ihrem höllischen Leben in der Kellerwohnung entkommen, findet Marianne sich nun in einem Nichts wieder, so groß wie die scheinbare Unendlichkeit einer Eiszeit, dem sie keinerlei Vision von einem neuen Leben entgegenzusetzen hat. Während ihrer einwöchigen Odyssee durch ein tiefgefrorenes Deutschland, treffen sie Menschen, die ihnen einen Platz zum übernachten und ausruhen anbieten. Doch die versteckten Motive dieser Hilfestellungen sind durchgehend egoistischer Natur und verletzen Mutter und Sohn nur tiefer. So geht ihre Reise von Station zu Station weiter. Irgendwann, in einem kleinen Hotel, irgendwo in einer kleinen Stadt, ergibt sich so etwas wie ein provisorisches Heim mit dem ersehnten Frieden, der jedoch nicht dauern kann.
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