Wenn man sich das Leben als ein Stück Musik vorstellt, wie würde das wohl klingen? Wäre es eine Ballade? Oder doch eher eine triumphale Hymne? Bei dem spanischen Regisseur und Autor Daniel Sánchez Arévalo ist es ein bisschen von beidem, ein ganz abwechslungsreiches Werk, das ständig pendelt zwischen Tragik und Glück, Verlust und Neubeginn, Moll und Dur. "So klingt das Leben" nennt der Goya-Preisträger ("Dunkelblaufastschwarz") seinen ersten neuen Film seit sieben Jahren ("Seventeen", 2019).
Hauptschauplatz der Tragikomödie ist ein kleines Fischerdorf an der spanischen Atlantikküste. Vor zwei Jahren kam es hier zu einem schlimmen Schiffsunglück, bei dem sieben Menschen in den Tod gerissen wurden – ein erheblicher Einschnitt für die kleine galicische Gemeinde A Guarda, noch immer liegt eine tiefe Trauer über dem Dorf. Aber irgendwann muss man ja doch wieder nach vorne schauen und zurück ins Leben finden.
In "So klingt das Leben", beworben als "warmherziger, vielstimmiger Film über die heilende Kraft von Musik und Gemeinschaft", sollen ein paar schöne Lieder den Weg in die Zukunft weisen. Es beginnt zunächst damit, dass das örtliche Musikensemble wieder aktiviert wird. Und dann hat jemand den Traum, dass daraus mehr werden könnte: Unter Leitung der 18-jährigen Andrea (Judith Fernández), die in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters tritt, will die Gruppe an einem traditionellen Rondalla-Musikwettbewerb teilnehmen. Dort gewinnen – eine charmante Vorstellung. Von der perfekten Harmonie ist man in A Guarda aber noch weit weg, musikalisch wie menschlich ...