Absolutes Gehör – man hat vielleicht schon davon gehört. Es bedeutet, dass man ohne technische Hilfsgeräte jeden Ton und jede noch so kleine Abweichung zwischen verschiedenen Tönen präzise erkennt. In Musikerkreisen kann man mit dieser Gabe, perfekt zu hören, wunderbar angeben. Wer besser als perfekt hört, hat allerdings ein Problem. So wie der Klavierstimmer Niki White (Leo Woodall), der im Heist-Movie "The Piano Tuner" aber doch irgendwie das Beste daraus macht.
Niki leidet unter Hyperakusis, also einer krankhaften Schall-Überempfindlichkeit. Ohne dicke Kopfhörer, wie man sie sonst etwa beim Arbeiten mit Motorsäge oder Presslufthammer nutzt, kommt er nicht durch den Alltag. Zu viele Geräusche, alles zu laut. Den Traum, Konzertpianist zu werden, musste Niki aufgrund seiner Erkrankung aufgeben. Stattdessen arbeitet er jetzt als Klavierstimmer in der kleinen Firma von Harry Horowitz (Dustin Hoffman), der seinerseits fast gar nichts mehr hört. Und dann winkt Niki in dem Spielfilmdebüt von Regisseur Daniel Roher, der 2023 mit der Dokumentation "Nawalny" einen Oscar gewann, plötzlich eine ganz andere Karriere: als Tresorknacker.
Klick, klick, klick, klick, wenn das Rädchen an der massiven Türe sich dreht: Was für andere Menschen einfach nur ein Klicken ist, klingt für Niki wie ein akustischer Schlüssel. Mit seiner Hyperakusis ist er nämlich in der Lage, Tresore ganz einfach nach Gehör zu öffnen. Also öffnet Niki irgendwann Tresore. Nicht zur persönlichen Bereicherung allerdings, sondern für Harry. Sein schlitzohriger alter Freund und Mentor ist schwer krank, es gibt Probleme mit der Versicherung und hohe Schulden ...