Kyoto, 1865: In der alten Hauptstadt eskaliert der Konflikt zwischen kaisertreuen Isolationisten und Befürwortern der Modernisierung sowie Öffnung Japans gegenüber der westlichen Welt - ein Bürgerkrieg droht. Im ganzen Land werden zur Verteidigung des Shogunats gegen die Rebellen junge Männer rekrutiert, um aus ihnen eine schlagkräftige Samurai-Elitetruppe zu formen. Unter den neu aufgenommenen Rekruten der Shinsen-gumi ist auch der attraktive Sozaburo. Zu seiner unwiderstehlichen Schönheit kommen auch noch sein Talent im Fechten und seine Bereitschaft, zu sterben und zu töten. Diese muss er sogleich unter Beweis stellen, als er zum Scharfrichter über einen Kameraden ernannt wird, der gegen den strengen Ehrenkodex der Samurai verstoßen hat ...

23 Jahre nach seiner Regiearbeit "Im Reich der Sinne", die bis heute als eines der radikalsten Werke der Filmgeschichte gilt, setzte der japanische Regisseur Nagisa Ôshima diesen mehrfach preisgekrönten Mix aus Erotikfilm und Samurai-Drama nach zwei Novellen von Ryotaro Shiba in Szene. Für die Rolle des Elitetruppen-Anführers holte Ôshima den in Japan äußerst populären Entertainer und Schauspieler Takeshi Kitano vor die Kamera, mit dem er 1982 schon in dem Kriegsfilm "Furyo - Merry Christmas, Mr. Lawrence" zusammengearbeitet hatte. Ôshima setzt hier das gewagte Thema Homosexualität bei den Samurai in Szene, das ist zwar bekannt, doch so offensichtlich wurde es im Film bis dahin noch nie dargestellt. Wie in vielen seiner Filme gerät auch hier die Leidenschaft des Einzelnen mit den autoritären, patriarchalischen Strukturen der Gemeinschaft in Konflikt. Und sie entlädt sich in Erotik und Gewalt.

Foto: Shochiku/BAC Films/Toyomichi Kurita