Der reichlich introvertierte junge Sprayer Nick lebt in Seattle. Er hat keine Freunde und vertreibt sich seine Zeit mit seinen künstlerischen Ambitionen. Seine Leinwand sind die Mauern und Fassaden der eintönigen Stadtlandschaft. Dann begegnet er Jesse, einem anderen Sprayer mit großem Talent. Eine Freundschaft beginnt, die schon bald zu einer intensiven Zusammenarbeit wird. Die Gegensätzlichkeit ihres Stils vereinen die jungen Künstler in spannungsgeladenen Graffiti. Sie überziehen die Stadt mit ihren Tags, die über Nacht bald überall erscheinen. Doch das Glück ihrer kreativen Freundschaft ist nur von kurzer Dauer...

Regisseur James Bolton drehte hier das eindringliche Porträt eines jungen Mannes, der auf der Suche ist nach seinem Standpunkt in der Gesellschaft, seiner politischen wie sexuellen Ausrichtung. Dabei kommt Bolton ohne viele Worte aus, lässt vielmehr die Bilder sprechen, die die beiden Protagonisten auf die Wände sprühen, aber auch die Bilder der beiden Städte Portland und Seattle. Die hohe Authentizität erlangt Boltons Regiearbeit allerdings auch durch die Wahl der Hauptdarsteller, die beide Schauspiellaien sind. Besonders der in Amsterdam geborene Ruben Bansie-Snellman als Nick überzeugt mit seiner Sprachlosigkeit, aber auch mit seinem eindringlichem Spiel. Während der Dreharbeiten zu "The Graffiti Artist" in Portland, Oregon, beschloss das Parlament des amerikanischen Bundesstaates ein Gesetz, nach dem das Sprayen von Graffiti mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden muss. Andere US-Bundesstaaten haben mittlerweile ähnliche Gesetze verabschiedet.

Foto: Salzgeber