Eigentlich führt Aung San Suu Kyi, Tochter eines in Burma als Volksheld und Märtyrer verehrten Generals, Ende der achtziger Jahre mit ihrem Mann, dem britischen Wissenschaftsdozenten Michael Aris, und ihren beiden fast erwachsenen Söhnen im englischen Oxford ein glückliches Leben. Doch als ihre Mutter in ihrer Heimat einen Schlaganfall erleidet, reist Suu Kyi in ihr von Unruhen erschüttertes Heimatland. Dort angekommen wird sie bald von Gegner des Militärregimes gebeten, den Vorsitz der neu gegründeten Partei für ein demokratisches Burma zu übernehmen. Suu Kyi stellt sich trotz vieler unmenschlicher Repressalien seitens des Regimes der schweren Aufgabe – auch wenn das eine lange Trennung von ihrer geliebten Familie nach sich zieht ...

Mit starken Darstellerleistungen erzählt Luc Besson hier die bewegende Geschichte jener Suu Kyi, die 1991 den Friedensnobelpreis erhielt, diesen aber nicht entgegen nehmen konnte, weil sie in Burma unter Hausarrest stand. Besson gelang endlich mal wieder ein Film mit Inhalten und einer Erzählstruktur. Er zeichnet das Bild einer starken, außergewöhnlichen Frau, die die Friedensbemühungen in ihrem Heimatland und den damit verbundenen Demokratiegedanken weit über persönliche Belange stellte. Michelle Yeoh ("Tiger & Dragon", "James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie") meistert diese schwere Aufgabe bestens. Übrigens erhielt Suu Kyi erst am 1. April 2012 in einer historisch genannten, freien Wahl einen Sitz im Parlament.

Foto: Universum