Kanada in einem harten Winter, lange vor Kolumbus. Den Ojibwe-Indianern droht der Hungertod, denn das Wild ist rar, weshalb der Jäger Baluk vorschlägt, die Suche in Richtung Norden zu verlagern. Häuptling Chetoga folgt dem Vorschlag, sehr zum Missfallen des Medizinmanns Dagwan, der zu allem Überfluss mit Baluk um dieselbe Frau rivalisiert. Doch auch im kalten Norden ist kein Wild in Sicht. Dagwan macht Baluk für die Misere verantwortlich und schlägt vor, ihn zu opfern, um die Götter zu besänftigen. Die Lage erscheint auswegslos, als plötzlich aus der Ferne eine gewaltige Herde Karibu auftaucht ...

Der vom New Yorker "Museum of Natural History" in Auftrag gegebene Film "The Silent Enemy" ist, ähnlich dem berühmten "Nanuk, der Eskimo", eine Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm. Regisseur H. P. Carver und W. Douglas Burden, der Produzent und Initiator des anspruchsvollen Projekts, investierten sehr viel Zeit und Sorgfalt in eine authentische Darstellung des Lebens des Ojibwe-Stammes. So wird eine sensationsheischende Darstellung, wie sie in späteren Beispielen des ethnographischen Films zu sehen ist ("Mondo Cane"), weitestgehend vermieden und es gibt spektakuläre Bilder von kämpfenden Tieren, die in ihrer Drastik heute nicht mehr üblich sind. Entsprechend kurios ist daher auch, dass der Tierexperte des Teams, Dr. Alan Bachrach, im Originalvorspann ganz prominent genannt wird. Die Produzenten bemühten sich vor allem darum, den Zuschauer so nah wie möglich an den Alltag der Ojibwe heranzuführen. Ihre Jagdgewohnheiten, das Zusammenleben und ihre kulturellen Riten wurden möglichst beiläufig aufgenommen und dennoch umfassend durchleuchtet.

Foto: ARD/Lobster Collection