Hendrik und Willy haben gemeinsam eine große Liebe. Sie heißt "Liese-Lotte" und ist ihr Schleppkahn. An einem späten Sommerabend, als die beiden Schiffer mit der "Liese-Lotte" in Potsdam festgemacht haben, sehen sie auf einer Brücke ein Mädchen, das sich scheinbar in den Fluss stürzen will. Hendrik und Willy eilen zu Hilfe, können jedoch nur einen Zehnmarkschein aus dem Wasser fischen: Die vermeintlich Lebensmüde ist nämlich gar nicht gesprungen. Als ehrliche Finder fahren die beiden ihr nach. Anna - so heißt das Mädchen - besteht darauf, in Ruhe gelassen zu werden, aber dann willigt sie doch zögernd ein, auf dem Kahn zu übernachten ...

Ähnlich wie in der ein Jahr zuvor entstandenen "Romanze in Moll", wenn auch mit freundlicheren Vorzeichen, setzte sich Helmut Käutner ("Große Freiheit Nr. 7") mit diesem Film eindeutig von der politischen Szenerie jener Jahre ab. Die Uraufführung fand in Stockholm statt, "Unter den Brücken" war zunächst in Deutschland nicht zu sehen. Die lyrische Atmosphäre des Films und seine unpathetische Menschlichkeit beschwören ein Glück, das in jenen Tagen unerreichbar schien. Am Buch arbeitete Walter Ulbrich mit, der später mit seinen erfolgreichen TV-Mehrteilern "Die Schatzinsel", "Lederstrumpf: Der Wildtöter", "Der Seewolf" und "Lockruf des Goldes" berühmt wurde.

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