Wenn diese beiden Namen auf der Darstellerliste auftauchen, kann eigentlich nichts schiefgehen: Isabelle Huppert und Gérard Depardieu gehören zu den besten französischen Schauspielern ihrer Generation. Diesen Trumpf spielen die Charaktermimen auch in diesem Drama gekonnt aus.

Als geschiedenes Ehepaar müssen sie sich zusammenraufen, um den letzten Willen ihres Sohnes zu erfüllen. In seinem Abschiedsbrief hat der Suizidale beide dazu aufgefordert, an einem bestimmten Tag im Death Valley auf Spurensuche zu gehen.

Tatsächlich finden sich die Ex-Partner dort ein, die Trauer über den Verlust des Kindes sorgt schnell für verletzende Auseinandersetzungen zwischen den einstigen Liebenden. Erst nach und nach glätten sich die Wogen, und die beiden harren gemeinsam im amerikanischen Valley bei brütender Hitze aus.

Top-Leistungen mit unnötigem Schlenker 

Das berühmte Schauspiel-Duo verleiht den Figuren enorme Authentizität. Depardieu agiert wie so oft mit seinem ganzen, mittlerweile sehr beleibten Körper und wirkt dieses Mal dabei passend schwerfällig. Huppert entwirft nuanciert eine zunächst verschlossen wirkende, aber empathische Frau.

Abstriche muss man allerdings beim Drehbuch machen, wenn plötzlich ein Ausflug ins Esoterische folgt. Wer kam auf diese unheilvolle Idee? Diese plötzliche Wandlung wirkt schlichtweg fehl am Platz.

Immerhin schmälert der Umschwung wenigstens nicht die weiterhin grandiose Leistung der Hauptdarsteller, die übrigens erstmals 1980 gemeinsam vor der Kamera standen.