Der idyllische Dal-See in der indischen Provinz Kaschmir an den Ausläufern des Himalaya: Hier lebt der junge Bootsmann Gulzar. Seinen kargen Lebensunterhalt verdient er mit Touristen, die er über den See fährt. Eigentlich würde Gulzar der vom Krieg bedrohten Region gern den Rücken kehren, doch eine über die ganze Provinz verhängte Ausgangssperre verhindert seinen Plan. Als er durch Zufall die junge Biologin Asifa kennenlernt, hilft er dieser, Wasserproben zu entnehmen, da der See durch Umweltverschmutzung umzukippen droht. Doch es bleibt nicht bei dieser Hilfe, denn Gulzar verliebt sich in die schöne Wissenschaftlerin und muss sich entscheiden, ob er mit ihr in die Großstadt ziehen will oder seine Heimat, die durch die schleichende Vergiftung des Sees gefährdet ist, retten will …

Der aus Indien stammende Musa Syeed wuchs nach der Flucht seiner Eltern aus dem Kaschmir in den USA auf und ist mittlerweile ein erfolgreicher Dokumentarfilmer und Autor. Für "Valley of Saints" kehrte Syeed in das Land seiner Väter zurück und setzte mit Laien-Darstellerin (nur Neelofar Hamid in der Rolle der Asifa ist eine ausgebildete Schauspielerin) diese atmosphärisch dicht inszenierte Kaschmir-Hommage in Szene. Er zeigt dabei ein Land zwischen Tradition und Moderne, dass wie viele benachbarte Regionen den vielschichtigen globalen, ökologischen und politischen Veränderungen ausgesetzt ist. "Valley of Saints" gewann bei seiner Urauffuührung beim Sundance-Filmfestival in den USA den Publikumspreis und war Eröffnungsfilm des Filmfests Hamburg 2012. Der eigens angereiste Hauptdarsteller Gulzar Ahmed Bhat, der auch im wahren Leben Bootsmann ist und sich selber spielt, hatte den Film bis dahin noch nie auf einer Leinwand gesehen – in Kaschmir gibt es keine Kinos.

Foto: Kairos