"Um Himmels Willen - das sind Fragen!", sagt Mutter Hedi, als ihr Sohn Peter das Gespräch eröffnet; über Jahrzehnte war man sich ausgewichen. Während Vater Max einen Großteil seiner Zeit mit der Pflege seines Schrebergartens verbringt, kümmert sich Hedi um den Haushalt. Viele Gemeinsamkeiten haben die beiden nach 62 Jahren Ehe nicht, und scheinen dennoch glücklich.

"Vaters Garten - Die Liebe meiner Eltern" ist das Protokoll einer späten Wiederbegegnung des Schweizer Regisseurs Peter Liechti mit seinen alten Eltern - und der Versuch einer persönlichen Geschichtsrevision und Annäherung. Ein Jahr lang hat Liechtli seine Eltern, mit denen er in den letzten Jahren keinen großen Kontakt pflegte, mit der Kamera begleitet und zeigt das Leben des Paares, das mit der heutigen vernetzten Welt nichts mehr anzufangen weiß. Mit Puppen-Szenen erklärt Liechti dabei auf einer zweiten Erzählebene die schwiizerdütschen Gespräche seiner Eltern. So ist Liechtis Werk eine einfühlsame Widmung an die Generation der über Achtzigjährigen, die sich still aus einer Welt verabschiedet, die längst nicht mehr die ihre ist.

Foto: Salzgeber