Der verwitwete Gutsbesitzer Jochen Petersen hat zwei Söhne von verschiedenen Frauen. Der Naturbursche Klaus kann hart anpacken und verbringt seine Feierabende gerne im Wirtshaus. Er ist ein Mann nach seines Vaters Geschmack, und als älterer Sohn ist er traditionsgemäß dazu bestimmt, eines Tages den Hof zu übernehmen. Sein jüngerer Stiefbruder Rolf'hingegen ist das, was man einen Schöngeist nennen würde. Anstatt auf dem Feld mitzuarbeiten, verbringt er seine Zeit am Klavier und träumt davon, als Musiker und Komponist Karriere zu machen. Immer wieder führt dies zu Streitereien zwischen den ungleichen Brüdern. Als es eines Abends im Wirtshaus wieder einmal zu einer bösen Auseinandersetzung kommt, fasst Rolf den Entschluss, seine Heimat für immer zu verlassen. Als man am nächsten Morgen Klaus erschossen im Wald auffindet, fällt der Verdacht sofort auf Rolf, dessen plötzliches Verschwinden für viele Dorfbewohner einem Schuldeingeständnis gleichkommt ...

Ein Mix aus Heimatfilm und Krimi von Hans Deppe ("Unter Palmen am blauen Meer", "Immer die Radfahrer"), der sich allerdings nur im Titel lose an seinen Kassenschlager "Grün ist die Heide" (1951) anlehnt und wie dieser auf Erzählungen des Heide-Dichters Hermann Löns (1866-1914) beruht. Zwar steht hier auch das Schicksal eines jungen Mannes im Vordergrund, doch der Regisseur legt den Fokus eher auf den Kriminalfilm denn auf platte Heimatbilder. In der Rolle des Vaters ist der spätere "Tatort"-Kommissar Walter Richter ("Trimmel") zu sehen, den wieder gefundenen Sohn spielt der in der Folgezeit auch international gefragte Joachim Hansen (1930-2007, "Hunde, wollt ihr ewig leben?", "Die Brücke von Remagen", "Operation Walküre", "Der Adler ist gelandet", "The Boys from Brazil"), einer der Frauen-Lieblinge der Sechzigerjahre.

Foto: NDR/ARD/Degeto