In einem abgelegenen Bergdorf, das die Sonne den Winter über nie bescheint, verkündet ein alter Seher den Weltuntergang. Die Sonne werde aus ihrem Versteck hinter den Bergen nie mehr zurückkehren - wie sonst immer am 13. April - und nicht wieder scheinen. Das Dorf ist geschockt, denn die Worte und Ratschläge des alten, angesehenen Kräutersammlers galten immer viel. Einige Bewohner des Bergtals im Wallis reagieren deshalb mit Resignation, die anderen wollen noch schnell Geschäfte machen, die dritten verbünden sich gegen den Schwarzmaler...

Schriftsteller Charles-Ferdinand Ramuz hat die Angst der Menschen vor dem Weltuntergang in dem 1937 erschienenen Roman "Si le soleil ne revenait pas" beschrieben. Der Schweizer Regisseur Claude Goretta verfilmte 1965 bereits einen anderen Ramuz-Stoff ("Jean-Luc persécuté") und versuchte 1987 auch dieses wuchtige Romanwerk in Bilder umzusetzen. Das ist ihm zwar mit Abstrichen aber doch noch recht eindrucksvoll gelungen - ein düsteres Heimatdrama vor viel Gebirgspanorama. In der Hauptrolle des alten Sehers ist der seinerzeit 95-jährige Charles Vanel zu sehen. Es war die letzte große Rolle im vorletzten Film des 1989 verstorbenen französischen Schauspielers, der in mehr als 200 Filmproduktionen mitgewirkt hat.