Obwohl NJ mit seiner Familie ein gutsituiertes Dasein pflegt, ist er nicht glücklich. Geplagt von einer Art Midlife-Krise wird er immer unzufriedener. Seine fast erwachsene Tochter lässt sich sowieso nicht mehr viel sagen und so freut sich NJ nur über die skurrilen Einfälle seines achtjährigen Sohnes. Dann trifft NJ eines Tages zufällig seine Jugendliebe wieder, die inzwischen in den USA verheiratet ist. Er beginnt eine Affäre. Derweil grübelt seine Frau darüber nach, ob sie ihr Seelenheil bei einer Sekte suchen soll, die Tochter verliebt sich in den Freund ihrer Freundin und nur der kleine Junge erlebt einen unbedarften Alltag ...

Dies ist ein bemerkenswertes, lebensechtes und detailfreudiges Porträt einer Familie des taiwanesischen Mittelstandes. Dank der genauen Beobachtungsgabe, den manchmal slapstick-artigen Einlagen wie melancholischen Anstrichen bietet Edward Yangs brillante Alltags-Beschreibung eine angenehme Abwechslung vom Hollywood-Kitsch- und Dumm-Deutsch-Einerlei. Der aus Shanghai stammende Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Yang, der als einer der talentiertesten Filmemacher seiner Zeit galt und sich in seinen Werken immer wieder dem taiwanesischen Großstadtleben widmete, starb im Juni 2007 im Alter von nur 59 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Foto: Kinowelt