Als Sandra erfährt, dass sie ihren nötig gebrauchten Job nur halten kann, wenn sie ihre Kollegen überzeugt, auf die angekündigte Bonuszahlung zu verzichten, die man ihnen anbot, wenn sie für die Entlassung der mehrfachen Mutter stimmen, versucht sie alles, die anderen Mitarbeiter dazu zubringen, dass man für den Erhalt ihres Jobs ist.

Dazu bleiben ihr aber nur die 48 Stunden des Wochenendes. Denn die entscheidende Neuabstimmung soll am Montagmorgen stattfinden. Doch wen die verzweifelte Frau auch aufsucht und fragt - alle benötigen sie die jährliche Bonuszahlung von 1000 Euro, um selbst halbwegs über die Runden zu kommen. Schließlich nimmt Sandra auch noch die Hilfe ihres Mannes Manu in Anspruch, die Kollegen davon zu überzeugen, dass ihre Existenz von der Abstimmung abhängt ...

Idiotische Prämisse

Und wieder ein Film der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne ("Rosetta", "Das Kind"), der gnadenlos das Dilemma des einzeln angesichts des seelenlosen und erfolgsorientierten Wirtschaftssystems offenbart. Allerdings haben die Filmemacher dabei offenbar übersehen, das die Prämisse derart idiotisch ist, dass man sich die ganze Zeit fragen muss, wer sich die dumme, weil völlig sinnfreie (und zudem rein rechnerisch völlig unplausible) Entscheidung "Job für die Kollegin" oder "Bonuszahlung" ausgedacht haben soll.

Auch wenn Marion Cotillard die Hauptrolle mal wieder mit Bravour meistert, nervt der erneute dilettantische Stil der Filmkünstler und der übertriebene, allzu sehr auf Sozialdrama getrimmte Duktus, der gerne als "ungekünstelt" umschrieben wird, sich meist aber als nerviger, falscher Blick des Bildungsbürgers auf den kleinen Mann entpuppt. Wäre die Prämisse eine andere, hätte dies ein durchaus starkes Werk werden können.