Seine Autogramme waren begehrt - Dean Reed im
Kreise seiner Fans

Der rote Elvis

KINOSTART: 02.08.2007 • Dokumentarfilm • Deutschland (2007) • 89 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Der rote Elvis
Produktionsdatum
2007
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
89 Minuten
Kamera

"Ich bin mir sicher, die Welt wird sich mit oder ohne Dean Reed weiterdrehen. Ich bin nicht wichtig. Aber für mich persönlich hat mein Leben nur einen Sinn, wenn ich den Kampf für einen sozialen Fortschritt in der Welt unterstützen und an ihm teilnehmen kann", sagte einmal der aus Denver/Colorado stammende amerikanische Sänger und Schauspieler Dean Reed. Am 17. Juni 1986 wurde seine Leiche aus dem Zeuthener See am Rande Ost-Berlins gezogen. Reed, der viele Jahre an Depressionen litt, hatte sich das Leben genommen. 1972 war er in die DDR übergesiedelt, er galt als sozialistisches Rock-'n'-Roll-Idol, verdrehe den Frauen in der DDR die Köpfe und war gleichzeitig eine der geheimnisvollsten Gestalten der Popkultur zu Zeiten des Kalten Krieges. Eng befreundet mit Salvador Allende unterstützte er dessen Idee, in Chile auf demokratischem Wege eine sozialistische Gesellschaft zu schaffen. Später protestierte Reed auf der ganzen Welt gegen das chilenische Militär-Regime und den Vietnamkrieg, drehte Spaghettiwestern in Italien ("Adios Sabata"), tourte als erster Amerikaner durch die Sowjetunion, sang Country-Schlager im DDR-Fernsehen und ließ sich mit Maschinengewehr im Libanon ablichten...

Leopold Grün drehte diese sehenswerte Geschichte vom Aufstieg und Fall eines in der damaligen westlichen Welt weitgehend ignorierten Künstlers, der in Südamerika und den Ostblockländern jedoch als charismatischer Superstar gefeiert wurde. Er ist das Mosaik eines tragischen Lebens zwischen der Sucht nach Erfolg und naivem politischem Engagement in einer Zeit, in der sich noch zwei große politische Systeme gegenüberstanden. Beeindruckend sind die vielen Archivaufnahmen, die den nach außen hin immer gut aufgelegten, lächelnden Reed im Kreise seiner Familie, mit Freunden, in Chile und bei seinen umjubelten Konzerten zeigen. Zu den Zeitzeugen, die sich in Gesprächen an Reed erinnern, gehören neben Familienangehörigen der chilenische Radio-DJ Chucho Fernandez, die Schriftstellerin Isabel Allende, der amerikanische Radiomoderator Peter Boyles, der Schauspieler Armin Mueller-Stahl, der DEFA-Regisseur Celino Bleiweiß sowie Egon Krenz. Seine letzte Frau, Schauspielerin Renate Blume, kommt jedoch nicht zu Wort. Sie steht bei Tom Hanks unter Vertrag, der seit Jahren einen Kinofilm über Dean Reed plant.

Foto: Neue Visionen

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