Der Fleischer und vierfache Familienvater Aaron lebt mit seiner Frau Rivka in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Als sein Vater stirbt, übernimmt er nach der obligatorischen Trauerzeit dessen Fleischerei und sucht schon bald eine Aushilfe. Als eines Tages der Student Ezri auf der Suche nach einem Schlafplatz Aarons Geschäft betritt, fühlt sich dieser sofort zu dem jungen Mann hingezogen. Als er ihm Arbeit und ein Bett im Hinterzimmer anbietet, ist dies der Auftakt zu einer leidenschaftlichen Liebe, die dramatische Ereignisse nach sich zieht ...

Homosexuelle Liebe im orthodoxen Judentum - dieses ungewöhnliche Thema verarbeitete der israelische Regisseur Haim Tabakman in seinem mehrfach ausgezeichneten Spielfilm-Debüt. Nach dem Buch von Merav Doster eindrucksvoll in Szene gesetzt, zeigt Haim in strengen Bildkompositionen die Gewissenskonflikte des Fleischers, hervorragend verkörpert von Zohar Shtrauss (bester Darsteller Jerusalem Film Festival 2009). Dieser scheint selbst am meisten von seiner Veranlagung überrascht zu sein und begreift erst allmählich, wie unvereinbar seine Gefühle mit seinen religiösen Geboten sind. Auf dem Filmfestival von Gent mit dem Grand Prix als bester Film ausgezeichnet, ist es ein Verdienst von Tabakman, dass er hier eine Geschichte erzählt, die - abgesehen von dem jüdisch-orthodoxen Hintergrund - sich überall zutragen könnte.

Foto: Salzgeber