Einst stand die gefeierte Chansonistin Laure (Isabelle Huppert) auf den großen Bühnen, heute, 30 Jahre später, verdient sich die einsame Künstlerin, die im wahren Leben Liliane Cheverny heißt, ihr Geld in einer Pasteten-Fabrik. Dort arbeitet auch der 22-jährige Boxer Jean (Kévin Azaïs), dem es die Künstlerin angetan hat.

Der viel jüngere Mann verliebt sich in die reife Frau. Er möchte ihr Talent fördern und alles daran setzen, ihr ein Comeback zu ermöglichen. Mit dem Jungspund an ihrer Seite blüht Liliane auf und verspürt endlich wieder neuen Lebensmut. Eine Reise zurück ins Rampenlicht beginnt, bei der es jedoch die ein oder andere Hürde zu meistern gilt, denn finanziell kann Jean, der nun ihr Manager ist, ihr nicht weiterhelfen.

Gegensätze, die verschmelzen

Der belgische Regisseur Bavo Defurne, der bisher hauptsächlich Kurzfilme drehte, besetzte die Hauptrolle in seinem melancholischen Drama mit der französischen Schauspielerin Isabelle Huppert, die erst kürzlich im Erotik-Thriller "Elle" in den Kinos zu sehen war. Ihr Talent steht außer Frage und sie beweist auch dieses Mal, dass sie in Rollen schlüpfen kann, die am Ende scheinen, als wären sie nur für sie gemacht.

Nachwuchsschauspieler Kévin Azaïs ("Liebe auf den ersten Schlag") verkörpert die Rolle des schwärmenden jungen Mannes gekonnt und verleiht dem Film eine Portion Leichtigkeit, die sich auf Hupperts Charakter zusehends überträgt und sie aus ihrem deprimierenden Alltagstrott befreit. Ein Film nicht nur für Liebhaber der französischen Musik.