Logan Lerman steht schon von Kindesbeinen an vor der Kamera. Seine bekannteste Rolle dürfte die des Halbgottes Percy Jackson in der gleichnamigen Jugendfilm-Reihe sein, Kritiker wurden aber vor allem durch seinen Auftritt als verschlossener Schüler in "Vielleicht lieber morgen" auf ihn aufmerksam.

Ein zumindest ähnlicher, etwas älterer Charakter brachte ihm nun lobende Rezensionen in der Romanadaption von "Empörung" ein. Denn auch wenn er zwischenzeitlich in Abenteuer- und Kriegsfilmen zu sehen war, passt er trefflich in die Rolle des grüblerischen Heranwachsenden.

Erweckungserlebnis

In seinem aktuellen Film flieht er aus dem kleinbürgerlichen Leben der 50er-Jahre, um Jura zu studieren. Als strebsamer Marcus beginnt er, durch die Gespräche mit dem erzkonservativen Dekan Caudwell (Tracy Letts) die repressiven Werte der Gesellschaft, in der er lebt, infrage zu stellen. Seine Furcht davor, vom College verwiesen und zum Dienst im Korea-Krieg eingezogen zu werden, lässt ihn allerdings zunächst zögern, dagegen zu rebellieren.

Bleibend aktuell

Regisseur James Schamus lässt in seinem dialoglastigen Drama auf wunderbare Weise das Jahrzehnt aufleben, das Philip Roth zu seiner autobiografisch gefärbten Romanvorlage von 2008 inspirierte. Kern der Geschichte ist die Warnung vor der Hysterie der McCarthy-Ära, die auch symbolisch für die Frömmigkeit während der Amtszeit von George W. Bush steht. Dass Donald Trump in seiner Regierung viele extrem Konservative versammelt, könnte das Werk erneut hochaktuell werden lassen.

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