Oscars Geist beobachtet die Schwester

Enter the Void

KINOSTART: 26.08.2010 • Drama • Frankreich, Deutschland, Italien (2009) • 161 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Enter the Void
Produktionsdatum
2009
Produktionsland
Frankreich, Deutschland, Italien
Budget
13.000.000 USD
Einspielergebnis
754.249 USD
Laufzeit
161 Minuten
Regie
Kamera

Seit sie den Unfalltod ihrer Eltern miterleben mussten, haben die Geschwister Oscar und Linda eine ganz besonders innige Beziehung. Nun leben sie beide in Tokio und halten sich nur mühsam über Wasser. Oscar schlägt sich mit Drogendeals durch, während Linda als Stripperin arbeitet. Als Oscar in eine Razzia gerät, verschanzt er sich auf der Toilette, wird aber auf der Flucht erschossen. Während sein Körper stirbt, wandert seine Seele noch rastlos durch die Neonwelt der japanischen Metropole und durchlebt seltsame Momente ...

Keine Frage, der französische Filmemacher Gaspar Noé ist derzeit einer der innovativsten und radikalsten Kräfte der Filmwelt. Seine Werke "Menschenfeind" und "Irreversibel" wurden äußerst kontrovers diskutiert und auch sein jüngster Streich dürfte für viel Diskussionsstoff sorgen. Mit einer außergewöhnlichen digitalen Bildgewalt dringt Noé in nie gezeigte Welten vor, verquickt in halluzinatorischer Sogwirkung religiöse Themen (inspiriert von der Philosophie des Tibetischen Totenbuchs) mit brutalen Szenen der realen Welt. Mit seinen ungewöhnlichen, weil bizarren Bildern (etwa eine Penetration aus Innensicht der Vagina) wird Noé erneut den einen faszinieren, den anderen hingegen abstoßen.

Foto: Wild Bunch

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